Windisch
Was wirklich zählt am Umzug, ist die originelle Verkleidung

Am Kinderumzug tummeln sich jedes Jahr mehr Prinzessinnen und Monster, 800 aktive Fasnächtler sind dieses Jahr im Dorfzentrum unterwegs. Die Jury achtet genau darauf, wer sich besonders Mühe gegeben hat für den Auftritt.

Samuel Frey
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Nicht nur die kleinen hatten Spass mit dem Konfetti, sondern auch die Amphi-Flitzer
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Geri Müllers Büro ist für einmal nicht in Baden, sondern in Windisch dank den 34er Höckler
Für die Kinder gab es Täfelis, für die Grossen etwas anderes
Die Trombongos feiern mit dem Motto - Dihei eschs am schönschte - Windisch
Fasnachtsumzug 2015 in Windisch
Die Schmalzpicker waren für alle Wale der Umgebung eine riesige Gefahr
Die Monster-Familie freut sich auf den Umzug
Die Mini-Häxe sind eine der vielen kleineren Gruppen, die am Umzug teilnehmen
Die Kita Wasserschloss schützt sich mit Minion-Brillen gegen das Konfetti
Die gefährlichen Drachenköpfe der Räbefoniker ragen sogar über die Hecke
Die Gruftis machten aus Windisch kurzerhand den Wilden Westen
Die Dentiker Gruftis beweisen ihre Gastfreundschaft gerne
Der Trychlerverein Willerzell sorgte für den einen oder anderen Knall
Das junge Gemüse aus dem Chinderhuus Simsala zeigte allen was gesund ist
Auf der Pauke einer der Trombongos hat sich über die Jahre eine Sammlung der Plüsch-Plaketten angesammelt
Auch die kleinen Beiträge des Umzugs sind nicht sicher vor einer kleinen Konfetti-Attacke
3 Generationen Brugg zeigen, dass sich lange Hälse vererben
Kaum ist der Umzug vorbei, schon beginnen die Aufräumarbeiten

Nicht nur die kleinen hatten Spass mit dem Konfetti, sondern auch die Amphi-Flitzer

AZ

«Wir wollen Spass haben und den Kindern macht es natürlich am meisten Freude», sagt Kathrin Tenner. Sie hat zusammen mit der Monster-Familie – so das Motto ihrer Gruppe – beschlossen, spontan am Kinderumzug teilzunehmen. Der kleine Haufen verschiedener Monster freut sich sichtlich über die Möglichkeit mitzumachen. Die Kinder lachen und bewerfen sich gegenseitig mit Konfetti. Die Mischung aus Regen, Schnee und Wind, die den Fasnächtlern entgegen peitscht, spornt die kleinen verkleideten Monster scheinbar nur noch mehr an.

Schulen und Kitas machen mit

Nicht nur diese kleine Schar liess sich vom Wetter nicht beirren: «Etwa 800 Menschen nehmen aktiv am Umzug teil», sagt Claudio Stierli, Präsident der Gruftis Windisch. «Zum Glück können wir die Schulen und andere Institutionen wie Kitas motivieren mitzumachen», sagt er weiter, jedes Jahr werde der Umzug ein bisschen grösser, was die Gruftis natürlich freue. Nicht zuletzt dürfte auch die unkonventionelle Plakette den Erfolg vergrössern: Ein Plüschtier, das sich Kinder und Erwachsene mithilfe einer Wäscheklammer anheften können.

«Es soll ein Kinderumzug sein. Eine normale Metallplakette ist doch eher langweilig und so haben die Kinder etwas, um mit nach Hause zu nehmen und zum Spielen», sagt der Präsident der Gruftis. Aber nicht nur die Kinder freuen sich an der ungewöhnlichen Plakette: Manch einer sammle sie, sagt Stierli. Gleich darauf schiebt sich eine Pauke vorbei, an der viele der aussergewöhnlichen Plaketten hängen.

Selber gemacht oder gekauft?

Die Gruftis organisieren den Kinder-Umzug in Windisch seit 1998. Jedoch gab es den Umzug schon davor. «Mit den ersten Vorbereitungen haben wir im letzten November begonnen. Es ist ja nicht das erste Mal für uns. Wir wissen, was auf uns zukommt», sagt Stierli. Und manche Arbeiten könne man zum Glück delegieren, sagt er grinsend. Dann steigt er schnell auf den Grufti-Wagen und verschwindet in der wilden Windisch-City.

Der ehemalige Windischer Gemeindeammann Hanspeter Scheiwiler sitzt in der Jury. «Wir schauen darauf, ob ein Kostüm selbst gemacht ist oder ob es im Laden gekauft wurde», sagt er zu einem der Beurteilungskriterien. «Bis jetzt habe ich noch nichts wirklich Spezielles gesehen, aber doch viele gute Ideen entdeckt», erklärt er weiter. Dabei zeigt er auf ein selbst gemachtes Postauto, das von einem kleinen Mädchen ganz in Gelb gestossen wird. «Da hat jemand richtig viel Arbeit hineingesteckt», kommentiert der Juror. Dabei kann er gerade noch einem kleinen Darth Vader aus Star Wars ausweichen, der eine Prinzessin mit lautem Geschrei und mit beiden Händen voll Konfetti verfolgt. «Wichtig ist einfach, dass die Verkleidung originell ist», meint der Juror.

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