Stattlicher Aufmarsch im Brugger Salzhaus: Das Wahlpodium zu den Stadtratswahlen ist auf reges Interesse gestossen gestern Donnerstagabend. Über 100 Besucher liessen sich die Gelegenheit nicht entgehen, die drei Stadtammann-Kandidaten besser kennenzulernen: Richard Fischer (parteilos), Barbara Horlacher (Grüne) sowie Titus Meier (FDP). Die drei gaben sich keine Blösse.

Der 67-jährige Richard Fischer will, verspricht er auf seiner Website, den Stadtammann-Lohn zur Diskussion stellen. Für welchen Betrag er das Amt ausüben würde, wollte Moderatorin Claudia Meier wissen, Ressortleiterin der Aargauer Zeitung in Brugg. Das sei eine heikle Frage, antwortete Fischer mit einem Schmunzeln. Aber: «Aus meiner Sicht ist der Lohn des Stadtammanns, gemessen an der Einwohnerzahl, zu hoch angesetzt.» Anders gesagt: Er würde die heutige, fürstliche Besoldung, die zwischen 220 000 und 230 000 Franken liege, um 30 Prozent reduzieren.

Einstiegsfrage am Podium mit den drei Brugger Stadtammann-Kandidaten:

Richard Fischer erklärt, für wie viel Lohn er den Stadtamman-Job machen würde, Barbara Horlacher erklärt ihr Wahlplakat und Titus Meier spricht über die Zukunft.

In Anspielung auf den amtierenden Stadtammann Daniel Moser hat Barbare Horlacher einen kecken Wahlslogan gewählt. Sie sei der neue Dani, nur weiblich und ganz anders, steht auf ihren Plakaten. Dieser Spruch komme unerwartet, genau deshalb habe sie ihn gewählt, stellte die 46-Jährige fest. Und er habe seinen Zweck erfüllt, die Leute sprechen darüber. Den Wählern, versicherte Barbara Horlacher, werde sie gerne erklären, wer sie sei, welches ihre Persönlichkeitsmerkmale seien und wo sie anders sei als ihr Vorgänger.

Auf den Plakaten von Titus Meier wiederum steht «Zukunft wählen. Jetzt.» Die Zukunft könne zwar niemand voraussagen, aber man müsse bereit sein, nach vorne zu schauen und sich zu überlegen, wie sich die Stadt positionieren könne. Auf kantonaler Ebene sei, in Zusammenhang mit der Spardebatte, eine starke Zentralisierung im Gange, führte der 36-Jährige aus. «Es geht darum, wachsam zu sein und abzuklären, welchen Weg wir einschlagen können.»

Alle drei Stadtammann-Kandidaten befürworten eine Fusion mit Schinznach-Bad: Doch ist dafür der Zeitpunkt richtig gewählt?

Red und Antwort standen gestern ebenfalls die bisherigen Stadträte: Willi Däpp, Leo Geissmann, Andrea Metzler sowie Reto Wettstein. Zur Sprache kamen unter anderem die Themen Fusion, Verwaltung, Kommunikation oder Altstadt. Lesen Sie in der morgigen, ausführlichen Berichterstattung, welche Schwerpunkte die Kandidatinnen und Kandidaten setzen wollen.

Was die Stadtammann-Kandidaten von der geplanten Zentralverwaltung bei der «Alten Post» halten.