Windisch
Was passiert hinter den Kulissen einer psychiatrischen Klinik?

Was unsere Körpersprache aussagt und woran man Demenz erkennt: Das und noch vieles mehr erfuhren Interessierte am Erlebnistag der Psychiatrischen Dienste Aargau AG.

Daniela Poschmann
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Brainbus
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Kutschfahrten übers Gelände
Ergotherapie - eigene Kreation der Patientengruppe
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Erlebnistag in Königsfelden
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Bewegungstherapie mit dem Igelball
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Daniela Poschmann

Wer seinen Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis formt, übt im Allgemeinen positive Kritik. Hierzulande. Anders ist es in Brasilien, wo die Kellner bei dieser Geste eher beleidigt reagieren. Anhand solcher Beispiele erklärten die «Psychiatrischen Dienste Aargau AG» (PDAG) in Königsfelden die verschiedenen Formen der Körpersprache und boten Einblick in die Klinikstationen: Der Erlebnistag als Auftakt für die bis zum 10. Oktober stattfindenden «Aargauer Aktionstage für psychische Gesundheit».

«Ihh, das stinkt», ertönte es das eine oder andere Mal aus der so genannten «Lernwerkstatt Forensik & Körpersprache». Neben «Die kleinen Strolche» als Stummfilm sowie Fotos und Skizzen, die die Gestik und Mimik von Mensch und Tier veranschaulichten, wurde der Geruchssinn der Besucher auf die Probe gestellt. Wer erkennt Kaffee, Salbei oder Rosmarin ausschliesslich durch Riechen? Dazu gab es an diesem Tag einen bunten Markt mit Informationsständen, Schmuck und heissen Waffeln, Führungen durch das Psychiatriemuseum, eine Ausstellung zu Funktionen und Störungen des Gehirns im «Brain Bus», Kutschfahrten über das Gelände und andere Aktionen.

Auch fanden Führungen durch einige Stationen der psychiatrischen Klinik statt. Da die meisten stationären Patienten depressiv sind, sollen sie beispielsweise bei der Ergotherapie wieder lernen mit anderen zu kommunizieren und gemeinsam Probleme zu lösen. Dafür gibt es verschiedene Gruppen, in denen gekocht und Denk- oder Bastelaufgaben gelöst werden - mal jeder für sich, mal alle zusammen. Bälle, Tücher und andere Utensilien, die man teilweise aus der Krankengymnastik kennt, sollen ein Stück weiter zur Bewegung der mindestens 55 Jahre alten Patienten anregen. «Es geht darum, spielerisch die Bewegung zu fördern», erklärt die Oberärztin Mariethres Hibbeln. Wiederum in einem anderen Raum der Station führt eine Psychologin neuro-psychologische Tests mit den Patienten durch. Eine Frage wie etwa «In welchem Kanton befinden wir uns?» dient zum Testen der Orientierung, das Ausmahlen eines Kreises mit Ziffernblatt und Uhrzeit prüft die visuellen Fähigkeiten und das Nachsprechen von mehreren Wörtern in einer bestimmten Reihenfolge kontrolliert das Gedächtnis. Am Ende der Testreihe weiss die Psychologin, was das jeweilige Krankheitsbild des Patienten ist: Demenz oder Depression.