Brugg-Windisch
Was ist da los? Im frisch gebauten Campus der FHNW zeigen sich erste Risse

Studierende und Passanten wundern sich über diverse Arbeiten im Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz. Vielen sind die Risse aufgefallen, die sich im Neubau zeigen – was steckt dahinter?

Claudia Meier
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Die Passerelle zwischen den beiden Campus-Gebäuden ist eine Stahlkonstruktion und dient als Gelenk.

Die Passerelle zwischen den beiden Campus-Gebäuden ist eine Stahlkonstruktion und dient als Gelenk.

Claudia Meier

Ihnen entgeht nichts: Wenn der Lift im Campus-Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) streikt, die Toiletten wegen Malerarbeiten geschlossen sind oder entlang eines Korridors einige Türrahmen mit dünner Plastikfolie abgedeckt sind, dann dauert es meistens nicht lange, bis Studierende diesen Missstand fotografieren, auf Facebook publizieren und kommentieren.

Vor rund zweieinhalb Jahren wurde der moderne Grossbau schrittweise in Beschlag genommen. Von der Tiefgarage über die Schul- und Büroräumlichkeiten bis zu den Mietwohnungen auf dem Dach. Wenn nun so wie in den vergangenen Wochen Renovationsarbeiten ausgeführt werden, dann macht das nicht nur aufmerksame Studierende, sondern auch Passanten stutzig. Stimmt es, dass sich vor allem im Bereich der Passerelle, die die beiden Gebäude 5 und 6 über der kurzen Bahnhofstrasse miteinander verbindet, die ersten Risse zeigen? Ja, lautet die Antwort vom Kanton.

Die Konstruktion setzt sich

Und was ist der Grund dafür? Roland Hofer, stellvertretender Kommunikationsleiter beim Departement Finanzen und Ressourcen (DFR), erklärt: «Die Passerelle ist eine Stahlkonstruktion. Sie wurde als Brücke konzipiert und übernimmt eine Gelenkfunktion zwischen den beiden statisch festen Gebäuden.» Bei den erwähnten Rissen handle es sich um normale Setzrisse. «Diese werden im Rahmen der zweijährigen Garantieabnahme ausgebessert», fährt Hofer fort.

Setzrisse entstehen durch die Verwendung unterschiedlicher Baumaterialien, also bei der sogenannten Mischbauweise mit Leicht- und Massivbau. «Die verschiedenen Baumaterialien haben differente Ausdehnungen und Schwindungen und damit ungleiche Setzungen», so Hofer. Dieser bei einem Gebäude normale Prozess sei nach rund zwei Jahren abgeschlossen. Auch in einigen WC-Anlagen müssen die Risse aus dem gleichen Grund korrigiert werden. Das hat zur Folge, dass die Wände zuerst mit weisser Farbe neu grundiert und anschliessend in der gleichen Farbe wie zuvor gestrichen werden.

Das Problem mit den Steckdosen

«Grösster Minuspunkt im Campus sind immer noch die Steckdosen», sagte vor wenigen Tagen ein Student gegenüber dem Brugger «General-Anzeiger». Zur Erinnerung: Kurz nachdem die FHNW im Herbst 2013 den Betrieb im Campus aufgemommen hatte, bemängelten die Studierenden, dass es zu wenig Steckdosen habe. Die FHNW reagierte umgehend und stellte Verlängerungskabel mit Steckerleisten zur Verfügung. DFR-Sprecher Roland Hofer ergänzt: «Unterrichtseinheiten, die auf eine feste Verkabelung angewiesen sind, werden in verkabelten Räumen durchgeführt.» Ein anderer Student, der zurzeit an Krücken geht, sagt, dass die meisten Studierenden darauf achten, mit aufgeladenen Laptops zur Schule zu kommen.

Ihm ist mit seinem temporären Handicap ausserdem aufgefallen, dass einige Türen sehr schwer zu öffnen sind. Er fragt sich deshalb, ob das so sein muss. Darauf antwortet Hofer: «Die Türen zu den Treppenhäusern sind mit Türschliessern ausgerüstet und deshalb schwerer zu öffnen. Sie dienen als Brandabschnittstüren und müssen jederzeit geschlossen sein.»