Raum für neue Einwohner soll geschaffen werden in Windisch: Mit der laufenden Ortsplanungsrevision ist vorgesehen, das gegen 4,5 Hektaren grosse Gebiet «Im Winkel» – an der Grenze zu Hausen gelegen – in eine Wohn- und Arbeitszone einzuzonen.

Das Landwirtschaftsland befindet sich im Besitz des Kantons Aargau. «Es ist deshalb davon auszugehen, dass dieses Land nach den vorgenommenen Umzonungen an Investoren mit Bauabsichten verkauft wird», halten die SP-Grossräte Dieter Egli aus Windisch und Martin Brügger aus Brugg fest. Es stelle sich die Frage, welche Bau- und Wohnformen auf diesem neu eingezonten Gebiet am Rande der Gemeinde «auf der grünen Wiese» zum Zuge kommen können oder sollen. Denn: «In der revidierten Bau- und Nutzungsordnung sind dazu einige Vorgaben formuliert. Es wird aber nicht definiert, ob und in welchem Umfang der Raum gemeinnützigem Wohnungsbau, zum Beispiel mit Genossenschaften als Bauherrschaft, zugeführt werden kann.» Dies wäre, sind Egli und Brügger überzeugt, «angesichts der hohen Ziffer von Wohnungsnot-Betroffenen auch im Aargau durchaus angezeigt».

Interpellation eingereicht

Diese Woche haben die beiden Grossräte eine Interpellation eingereicht. Sie erkundigen sich beim Regierungsrat danach, ob es seitens des Kantons als Landbesitzer angesichts der bevorstehenden Umzonungen bereits Verkaufsabsichten für das Landwirtschaftsland im Gebiet «Im Winkel» gibt und, falls ja, wie weit diese gediehen sind oder aber, falls nein, wie der Verkauf geplant ist und wie mögliche Kaufinteressenten eruiert und angesprochen werden sollen.

Ebenfalls möchten Egli und Brügger wissen, ob es seitens des Kantons Anforderungen an potenzielle Kaufinteressenten gibt bezüglich bestimmter Bauformen oder definierter Bauqualität der künftig zu erstellenden Bauten oder bezüglich der Rechts- und Organisationsform der künftigen Bauherren. «Sieht der Regierungsrat Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass auf dem zu verkaufenden Land dereinst zumindest ein bestimmter Anteil für gemeinnützigen Wohnungsbau ausgeschieden wird?», fragen die Grossräte. Weiter stellen sie fest, dass der Kanton einerseits Bewilligungsinstanz für die Revision der Bau- und Nutzungsordnung ist und andererseits als Landbesitzer profitiert von der dadurch ausgelösten Umzonung. «Sieht der Regierungsrat darin einen Rollenkonflikt?»

Damit es reicht mit der Antwort

Egli spricht auf Nachfrage von einer Doppelrolle, die der Kanton bei diesem Geschäft innehat. Es sei zudem von Interesse, fügt der SP-Grossrat an, wer bezüglich Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus in der Pflicht stehe.

Eingereicht wurde die Interpellation an der letzten Sitzung des Grossen Rats vor den Sommerferien, damit die Beantwortung rechtzeitig vorliegt. Will heissen: Bis die Nutzungsplanung voraussichtlich diesen Herbst ein Thema ist im Einwohnerrat, sollen die Ausführungen des Kantons vorhanden sein. Diese dürften, ist sich Egli sicher, auch für die Ratsdebatte von Interesse sein.