Brugg

Was für ein Kontrast am Rutenzug: Regen im letzten Jahr – Prachtwetter heute

Endlich geht er los, der Brugger Rutenzug. In der herausgeputzten, geschmückten Stadt ziehen die weiss gekleideten Mädchen mit ihrem Blumenschmuck sowie die Buben mit den Ruten um Viertel vor Neun los. An der Morgenfeier hält Verena Rohrer die Festrede. Vor einem Jahr musste diese wegen Regens abgebrochen werden.

Die Kirchenglocken läuten, die Wasserfontäne beim Erdbeeribrunnen springt in die Höhe. Angeführt wird der Brugger Rutenzug von der Jugendmusik. Tausende Zuschauer säumen die Strasse bei strahlendem Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und stahlblauem Himmel. Alle sind in bester Festlaune, beim einen oder anderen werden wohl Erinnerungen wach an die eigene Kindheit, viele kommen auch aus der Ferne jedes Jahr nach Brugg.

Der Auftakt zum Rutenzug erfolgte früh am Donnerstagmorgen mit der Tagwache auf dem Hexenplatz. Um 6 Uhr wurden im Minutentakt die Böllerschüsse abgefeuert, um die Stadt zu wecken.

So schön: Der Rutenzug durch die Brugger Altstadt

Wasserfontäne, Blumenschmuck und Marschmusik: Der Rutenzug durch die Brugger Altstadt

Die Morgenfeier findet – als Premiere – bei etwas engeren Platzverhältnissen im Simmengutpark statt und nicht im Freudenstein, weil das Stapferschulhaus derzeit saniert und erweitert wird. Die Jugendfestrede hält Verena Rohrer, Marketingfachfrau und Leiterin der Geschäftsstelle Brugg Regio. Es ist bereits ihr zweiter Anlauf. Im letzten Jahr musste die Morgenfeier wegen eines heftigen Platzregens abgesagt werden.

Diesmal habe die Jugendfestrednerin das richtige Wetter mitgebracht, sagt Stadtammann Daniel Moser mit einem Lachen. Er wünscht ein wunderschönes, unvergessliches Jugendfest.

Eine lang ersehnte Rede und diesmal viel Sonnenschein: Die Morgenfeier in Bild und Ton.

Eine lang ersehnte Rede und diesmal viel Sonnenschein: Die Morgenfeier in Bild und Ton.

Da stehe sie wieder und freue sich, den tollsten Brugger Tag zusammen mit den Schülerinnen und Schülern erleben zu dürfen, sagt die strahlende Verena Rohrer. Ihre Jugendfestrede stellt sie, passend zur Umgebung, unter den Titel «Simmer guet im Simmengut». Gut sei, wenn man sich bewusst sei, dass gut sein eine persönliche Ansicht sei, stellt sie fest. «Es ist wichtig, dass man ehrlich zu sich selber ist um Herauszufinden, was einem und seiner Umgebung wirklich gut tut – und wenn man das herausgefunden hat, sich darauf konzentriert.»

Gleichzeitig aber, betont die Jugendfestrednerin, soll man auch das aktiv pflegen, was man nur halb so gut findet. Dann komme man weiter, das gebe Zufriedenheit und Freude – nicht nur für einem selber, sondern auch für alle rundherum.

Die Schulzeit biete ganz viele tolle Chancen, um Neues kennenzulernen, hebt Verena Rohrer hervor. Konzentriere man sich auf das, was man im ersten Moment als halbspannend empfinde, entdecke man Neues, das einem dann immer mehr gefalle.

Die Jugendfestrednerin bittet in der Folge einige Schülerinnen und Schüler zu sich ans Rednerpult, drückt jedem ein grosses Schild mit einem riesigen Buchstaben darauf in die Hand. Sortiert, entsteht der Schriftzug «Wir stehen einsam da.» Bis die Kinder mit den fehlenden Buchstaben kommen und es heisst: «Wir stehen gemeinsam da.»

Verena Rohrer ermuntert die Schülerinnen und Schüler, die ganze Jugendfestgemeinde, mutig zu sein und aktiv zu werden. «Denkt daran: Ihr alleine und auch zusammen mit Anderen könnt bei einer Situation etwas verändern. Schaut, wohin ihr passt, was ihr alleine oder zusammen gut könnt – und packt es an!» Denn Zufriedenheit und Freude sei etwas vom wenigen, das sich vergrössere, wenn man es teile. (mhu)


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