Wer der Einladung der Neuen Aargauer Bank (NAB), der Rechtsanwälte Miotti_Humbel_Brunner sowie der Aargauischen Industrie und Handelskammer Region Brugg am Dienstagabend zum Wirtschaftsapéro ins Brugger Kulturhaus Odeon folgte, wurde mit einem dichten Paket an Informationen bedient. In kurzen Vorträgen streiften vier Referenten für Unternehmer relevante Themen in den Bereichen Datensicherheit und Datenschutz.

So betonte Max Klaus, stellvertretender Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) des Bundes, dass für Cybervorfälle keine Meldepflicht besteht. «Wir sind aber dankbar für Meldungen, um potenziell Betroffene zu warnen», erklärte Klaus. Als Schutz vor Cyberattacken erwähnte er neben den technischen und organisatorischen Massnahmen wie Datensicherung, Programme aktuell halten, starken Passwörtern und Notfallplan (bei Stromausfall ebenso wichtig) auch den gesunden Menschenverstand. «Mails und Anrufe von Banken oder ‹Microsoft›, die verlangen, dass man auf dem Computer etwas öffnet oder eingibt, gibt es nicht», sagte Klaus. Auch staune er immer wieder, dass Leute glauben, sie hätten in einer Lotterie gewonnen, obwohl sie gar nicht mitgespielt hatten. «Bitte zahlen Sie nach einer Cyberattacke nie Lösegeld. Sie haben nämlich keine Garantie, dass ihre Daten wiederhergestellt werden», warnte Klaus die Unternehmer.

Neuer Zahlungsverkehr für KMU

Der Einzahlungsschein, wie wir ihn seit über 100 Jahren kennen, dürfte bald der Vergangenheit angehören. Treiber für diese Umstellung seien die Digitalisierung und Regulierungen aufgrund der neuen Geldwäscherei-Gesetzgebung, sagte Daniel Schüpbach von Bosshard & Partner Unternehmensberatung AG in seinem Referat. Ihm sei klar, dass die – vor allem kleineren – Unternehmungen nicht auf diese Veränderung gewartet haben, hielt Schüpbach fest. Die Reform im Zahlungsverkehr sollte allerdings auch zu einer Vereinfachung führen. Eine Reduktion von etwa 20 verschiedenen Systemen zu einem.

Ab zirka Mitte 2019 werden alle Einzahlungsscheine durch neue QR-Rechnungen (Quick Response bedeutet schnelle Antwort) mit QR-Code abgelöst. Die Einzahlungsscheine werden bis 2020/21 verschwinden, ebenso die Kontonummern. Was sicher bleibt, sind die IBAN-Nummern. Die QR-Rechnung unterstützt die Verlagerung auf die digitalisierte Rechnungsstellung in der Schweiz – die sogenannte eBill. Laut Schüpbach werden bis 2027 rund 80 Prozent der Rechnungen an Privatpersonen in der Schweiz digital über die Infrastruktur von Six Paynet abgewickelt. Die Umstellung erfolgt schrittweise und muss in diesem Jahr angegangen werden. Für die Unternehmen ist es wichtig, sich rechtzeitig über den Softwarebedarf zu informieren. Denn verschiedene Banken nehmen beispielsweise DTA-Zahlungsaufträge (etwa für Lohnzahlungen) nur noch bis Mitte 2018 entgegen. Nach dem 30. Juni kann es mit DTA zu Zahlungsunterbrüchen und manuellem Mehraufwand kommen. Laut einer Umfrage habe erst die Hälfte der betroffenen Unternehmen die Software für das neue System angepasst, ergänzte Clemens Hochreuter, Leiter Firmenkunde der NAB Brugg.

Der korrekte Datenumgang ist auch beim Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wichtig. Luc Humbel, Rechtsanwalt bei Miotti_Humbel_Brunner, erwähnte, dass das unrechtmässige Sammeln von Arbeitnehmerdaten verboten ist. Arbeitgeber müssen deshalb bis spätestens fünf Jahre nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses das Personaldossier entrümpeln.

Welche Auswirkungen die europäische Datenschutz-Grundverordnung, die nach der Ratifikation im Schweizer Recht umgesetzt werden muss, auf die KMU haben wird, zeigte Gunhilt Kersten, Datenschutzbeauftragte des Kantons Aargau, im Eilzugtempo auf. Klar wurde allen Gästen, dass sie dieses Thema weiterhin beschäftigen wird.