Landvogteischloss
Warum historische Gegenstände zwischen Baden und Brugg hin und her gefahren werden

Das Historische Museum in Baden hat seit diesem Jahr ein Aussenlager in Brugg. Grund für die Auslagerung ist der akute Platzmangel im Landvogteischloss.

Barbara Scherer
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Sandra Ardizzone

Etwas Badener Geschichte in Brugg? Das geht: Seit diesem Jahr hat das Historische Museum Baden ein neues Aussenlager in Brugg. Im Gebäude der SBB Historic steht jetzt, von alten Durchlauferhitzern der Firma Merker bis zur Velowerkstatt von Plüss, Badener Industriegeschichte. Grund für die Auslagerung ist der akute Platzmangel im Landvogteischloss. «Das Depot im dritten Untergeschoss platzt seit längerem aus allen Nähten», sagt Museumsleiterin Carol Nater Cartier. Einen Lagerraum in Baden habe man lange gesucht und nicht gefunden. Zu teuer seien die wenigen bestehenden Angebote gewesen. Zudem teilt sich das Museum die Lagerfläche mit dem Historischen Archiv ABB.

Im Rahmen der Umbauarbeiten für die neue Dauerausstellung wurde die Halle in Brugg zuerst als Zwischenlager genutzt. Vor einem Jahr wurde dann mit dem Budget 2016 die dauerhafte Nutzung für das Aussenlager bewilligt. Für den Umzug, das Einrichten und die Archivierung musste zusätzlich ein Budgetkredit von 100'000 Franken beantragt werden. «Wir schöpfen den Kredit aber nicht ganz aus», so Nater Cartier.

Private Besichtigung möglich

Die Geschichte der Region auslagern, ist das nicht fragwürdig? «Nein. Es ist ja auch kein öffentliches Lager», sagt Nater Cartier. Auf Anfrage seien ab nächstem Jahr allerdings private Besichtigungen im Rahmen einer industriegeschichtlichen Führung, durch das neue Depot möglich. Denn die Sammlung ist das Herzstück eines Museums, jedoch kann stets nur ein kleiner Teil davon im Landvogteischloss ausgestellt werden.

Zudem: «Das Historische Museum Baden war nie ein reines Lokalmuseum, sondern ein Museum mit überregionaler Ausstrahlung.» Geschichte höre eben nicht an der Stadtgrenze auf. So sei viel in Baden entstanden, habe aber über die Landesgrenzen hinaus Einfluss genommen. Deshalb lautet das Motto des Historischen Museums Baden auch: «Lokal sammeln und global denken». Mit diesem Sammelschwerpunkt hebe sich das Landvogteimuseum von anderen Stadtmuseen ab, so Nater Cartier. Gleichzeitig wolle man sich in Zukunft noch besser mit anderen historischen Museen absprechen, um zu vermeiden, dass doppelt gesammelt wird.

Von nun an wandern also historische Objekte für Ausstellungen zwischen Baden und Brugg hin und her. Wobei zwei Drittel aller Objekte weiterhin im Landvogteischloss in Baden gelagert sind. Nater Cartier: «Wir holen die Gegenstände in Brugg nur, wenn sie für eine Ausstellung gebraucht werden. Glücklicherweise ist es auch nur eine Strecke von rund zehn Minuten.»