Das Ambiente im Brugger «Odeon» war schon immer einzigartig. Der preisgekrönte Film «Taxi Teheran» des iranischen Regisseurs Jafar Panahi lockte an diesem Sonntagabend so viele Besucher ins Kino, dass sich sogar auf dem Trottoir noch eine Warteschlange bildete. «Ich bin gespannt auf die neue Bestuhlung», sagte eine Frau zu ihrem Mann. «Schau mal in den Saal, wie das jetzt aussieht!», forderte sie ihn auf. Dann staunten beide. Neben einem alten beigen Sofa sah man noch ein paar ganz gewöhnliche Stühle.

Was ist passiert? Rückblick: Die «Odeon»-Verantwortlichen wollten die sechswöchige Sommerpause dazu nutzen, um den Innenraum sanft zu restaurieren und neue Sessel zu montieren. Die alten Stühle wurden verschenkt (die az berichtete). Gleichzeitig wurde die Rollstuhlgängigkeit verbessert.

«Eine unsägliche Geschichte»

Vor zwei Wochen hätten die 184 neuen Stühle geliefert und montiert werden sollen. «Wegen Problemen bei der Fertigstellung der Stühle wurde die Lieferung vom Lieferanten bereits mehrmals verschoben. Das ist eine unsägliche Geschichte», sagt «Odeon»-Betriebsleiter Stephan Filati. Der Ärger ist nicht zu überhören. Schliesslich hatte das «Odeon» die Stühle bereits vor dreiviertel Jahren auf den Termin zwei Wochen vor Saisonstart bestellt.

Nun seien die Stühle offenbar fertig und sollten am Mittwoch geliefert und eingebaut werden. Alle anderen Renovationsarbeiten wie der neue Boden, die Malerarbeiten und die Elektronik seien termingerecht fertiggestellt worden, so Filati weiter.

Kinogäste nicht enttäuscht

Da der Saisonstart bereits geplant und programmiert war, wollten Filati und sein Team die Kinogäste nicht enttäuschen. Sie organisierten im Eiltempo eine improvisierte Ersatzlösung mit Loungemöbeln und Stühlen – zum Teil mit Kissen – mit insgesamt 100 Plätzen. Auch auf dem Balkon gab es mehrere Stuhlreihen. Die Besucher nahmen es locker und die Neugier auf die neuen Kinosessel steigt weiter. Stephan Filati bedauert diese Umstände.

Auch die Odeon-Bar, die am Sonntag kurzfristig wegen Krankheit der Mitarbeiterinnen geschlossen war, steht wieder wie gewohnt offen. Das breite Angebot an regionalen Spezialitäten kommt bei den Gästen gut an. Das Ambiente wird vor allem jetzt, wo es nicht mehr so heiss ist, ganz besonders geschätzt.