Pflegezentrum
Warum das Alterszentrum auf eine Demenz-Abteilung verzichten will

Sanavita plant in Windisch eine Erweiterung des Betagtenzentrums Lindenpark. Insgesamt sollen 20 neue Betten entstehen. Andererseits will die Einrichtung auf eine Abteilung verzichten.

Louis Probst
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Mit der Aufstockung des Altbaues des Betagtenzentrums Lindenpark kann Platz für 20 zusätzliche Pflegebetten geschaffen werden. lp

Mit der Aufstockung des Altbaues des Betagtenzentrums Lindenpark kann Platz für 20 zusätzliche Pflegebetten geschaffen werden. lp

Limmattaler Zeitung

«Wir wollen einen Beitrag zur Linderung des Mangels an Pflegebetten leisten», betont Robert Kamer, der Präsident des Verwaltungsrates der Sanavita AG, der Trägerin des Betagtenzentrums Lindenpark in Windisch. Die Sanavita AG will dabei die anstehende Sanierung von Zimmern im Altbau des Lindenparks nutzen, um zusätzliche rund 20 Pflegebetten bereitstellen zu können. Verzichten will die Sanavita AG dagegen auf die Realisierung einer spezialisierten Demenz-Abteilung. Robert Kamer: «In den letzten zehn Jahren mussten lediglich in zehn Fällen demente Personen aus dem Lindenpark in andere Institutionen verlegt werden.» In diesem Bereich will man daher die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen in der Region suchen.

Pflegeplätze für Pflegefälle

Gemäss ihrer Strategie will die Sanavita AG aber künftig ein Angebot von rund 40 Alterswohnungen bereitstellen. Aufgrund der Tatsache, dass heute zehn Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner des Lindenparks nicht und weitere rund 26 Prozent vermindert pflegebedürftig sind, geht man davon aus, durch die Alterswohnungen zusätzliche Pflegebetten gewinnen zu können. «Zu den 20 neuen Pflegebetten werden durch das Angebot an Alterswohnungen 25 bis 30 Pflegebetten im angestammten Haus frei», erklärt Robert Kamer.

Gebaut werden soll beim Lindenpark übrigens subito. Im Sommer wird ein Architekturwettbewerb für eine Aufstockung des Lindenpark-Altbaus ausgeschrieben. Im November soll der Entscheid gefällt werden.

Zwei Projekte sind im Köcher

Beim Wohnen im Alter, das sich an die Zielgruppe 70+ wendet, geht man von konsequent altersgerechten Wohnungen mit zwei oder Zimmern und einer Nutzfläche von 60 bis 85 Quadratmetern aus. Vorgesehen – und im Mietpreis inbegriffen – sind Grunddienstleistungen wie Concièrge, Gemeinschaftsräume oder Sicherheitseinrichtungen. Gegen separate Verrechnung sollen hauswirtschaftliche Leistungen – Mahlzeiten, Reinigung oder Wäschebesorgung – angeboten werden. Die Pflege wird durch Spit-in aus der Sanavita-Organisation rund um die Uhr gewährleistet.

Beim Wohnen im Alter werden zwei Projekte parallel verfolgt. Zum einen werden auf dem Areal des einstigen Restaurants «Linde» – «in Pantoffeldistanz zum Lindenpark», so Robert Kamer – 42 Wohnungen und eine so genannte Mantelnutzung mit Café und Shop, geplant. Zum andern sind in der Gesamtüberbauung Fehlmannmatte, die rund 150 Wohnungen aufweisen wird, 30 bis 60 Wohnungen für das Wohnen im Alter denkbar. Geplanter Baubeginn für die Fehlmannmatte 2011/2012, für das «Linde»-Areal 2012.

Beim Kanton stossen die Pläne der Sanavita AG offensichtlich auf Wohlgefallen. «Die Idee der Sanavita entspricht den Intentionen und der Strategie des Kantons», erklärt jedenfalls Urs Niffeler, der Leiter der Abteilung Planung Gesundheitsversorgung im Departement Gesundheit Soziales.