Brugg
WärchRych leuchtet als Stern am Himmel des Brugger Heimgartens

Die Brugger Sozialinstitution Heimgarten begleitet seit 1975 Frauen mit einem besonderen Betreuungsbedarf. Die Aufgaben wachsen, wie Heimleiterin Barbara Vontobel schildert.

Elisabeth Feller
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Marlies Mösch, Leiterin des WärchRychs, in der Brugger Altstadt.

Marlies Mösch, Leiterin des WärchRychs, in der Brugger Altstadt.

Elisabeth Feller

Das Treffen mit Barbara Vontobel, Heimleiterin des Heimgartens, findet in der Nähe vom WärchRych im Haus «Zum roten Bären» in der Brugger Altstadt statt. Das ist kein Zufall: Laden und Atelier der Sozialinstitution sind zwar erst sieben Monate alt, doch schon überaus erfolgreich.

«Das WärchRych war ‹die› Neuerung im vergangenen Jahr», sagt Barbara Vontobel freudestrahlend. Das alte, bekannte Werkatelier des Heimgartens an der Jurastrasse mit 12 Beschäftigungsplätzen war mit der Zeit zu klein geworden; es platzte aus allen Nähten, weshalb eine Erweiterung dringend war. Ende Oktober 2013 war es soweit: Das WärchRych wurde eröffnet und bietet acht Beschäftigungsplätze an. Seither sind Barbara Vontobel und Marlis Mösch (Leiterin WärchRych) angenehm überrascht von der Akzeptanz des Ladens.

Die Frauen nähen, filzen, stricken und häkeln im Atelier an alldem, was im schmucken Ladenlokal feilgeboten wird: etwa Rüben aus Filz, Tücher, Velosattelüberzüge, Schals aus Seide, Hüte, Körbe und mehr. Kurzum: Das WärchRych strahlte als Stern am Himmel des vergangenen Jahres, das Barbara Vontobel «als sehr erlebnisreich» schildert. So wurde etwa die Trinkwasserleitung an der Jurastrasse 5 saniert. Sieben Wochen voller Staub und Lärm, aber: «Das Resultat ist erfreulich; überall gibt es wieder einen guten Wasserfluss mit tadelloser Qualität.»

Nicht vom Sanieren, sondern Ersetzen ist in anderem Zusammenhang zu reden. «Der Heimgarten wurde 1975 eröffnet. Ein Grossteil unseres Mobiliars stammt aus der damaligen Zeit», sagt Barbara Vontobel und seufzt dabei leise auf. Neue Möbel, selbst wenn es sich um erschwingliche handelt, haben ihren Preis. Umso glücklicher ist die Heimleiterin über ein neues Sofa: das Geschenk des Schinznacher Möbelhauses Kindler.

Sind Spenden ein Thema? «

O ja», bekräftigt Barbara Vontobel, «wir sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen und schätzen es sehr, wenn wir – abgestimmt auf unsere Bedürfnisse – selber einkaufen können.»

Im letzten Jahr führte der Heimgarten immer wieder Spendenaktionen durch, um die Möblierung zu erneuern. Was steht als Nächstes an? Der Ausbau und die Differenzierung der Wohnformen sind für die Sozialinstitution Heimgarten ein Thema, denn: «Nicht alle unsere Klientinnen benötigen eine 24-Stunden-Betreuung, wie sie im Wohnheim geboten wird», sagt Barbara Vontobel und doppelt nach: «Nicht alle kommen gut klar mit den Aufgaben, die die Klientinnen selbst in den Aussenwohnungen erbringen müssen.» Wohnen in der eigenen Wohnung mit Assistenzdienst oder lebenspraktischer Begleitung – «das ist für uns durchaus eine Wohnform der nahen Zukunft für einzelne Klientinnen».

Träume? Natürlich. «Wachsen – das ist unser Traum, weil wir eben die Nachfrage spüren.»