Vielseitig in den Dienstleistungen, nachhaltig in der Bewirtschaftung und die Herausforderungen der Zukunft schon jetzt auf der Agenda – so präsentierte sich der Forstbetrieb Brugg am Samstag beim erstmals für alle Interessierten offenen Waldumgang. Rund 150 nahmen die Gelegenheit wahr und informierten sich an diversen Posten.

Beim Forstwerkhof Bruggerberg am Remigersteig begrüssten Stadtammann Barbara Horlacher und Betriebsleiter Markus Ottiger die Besucher. «Es freut mich, dass das Interesse am heimischen Forst so gross ist», sagte Horlacher zu den anwesenden 150 Bruggern. Diese spendeten Beifall, als Frau Stadtammann erwähnte, dass der samstägliche Anlass erstmals für alle Einwohner veranstaltet wurde und nicht mehr nur für die Brugger Ortsbürger, denen 600 Hektare der insgesamt 1600 Hektare Wald gehören, die der Forstbetrieb Brugg unter seiner Fittiche hat. «Wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, liebe deine Arbeit», zitierte Ottiger ein chinesisches Sprichwort und fügte an: «Wir vom Forstbetrieb Brugg lieben unsere Arbeit. Das wollen wir Ihnen heute zeigen.»

Auch ausserhalb vom Wald tätig

Auch Teilnehmerin Heidi Obrist aus Lauffohr interessierte, «was die Forstleute so alles unternehmen.» Das zu erfahren, hatten sie und die anderen Teilnehmer des Waldumgangs an mehreren Posten Gelegenheit. Dass ein Forstbetrieb auch ausserhalb des Waldes tätig sein kann, war an Station 3 Thema, wo Förster Ruedi Graf die Einsatzmöglichkeiten einer Motorfräse demonstrierte. Mit dieser rückt der Forstbetrieb Brugg auch in Privatgärten Wurzelstöcken zu Leibe. 300 bis 400 Franken pro Baum, rechnete Graf vor, könne mit dieser Dienstleistung dem Auftraggeber in Rechnung gestellt werden. Die Fräsmaschine sei besonders leistungsstark und dank ihrer kompakten Masse auch in kleineren Privatgärten einsetzbar.

Zentrales Thema beim Waldumgang war an Posten 4 das 2015 lancierte Eibenprojekt. Förster Micha Plüss schilderte die Vorzüge der Nadelbaumart: giftig zwar, aber vergleichsweise anspruchslos, anpassungsfähig und dürreresistent sei die Eibe auch vor dem Hintergrund des Klimawandels forstlich besonders interessant. Nicht zuletzt deshalb will der Brugger Forstbetrieb rund um den Standort Lochmatt, wo die Swissgrid eine neue Starkstrom-Leitung im Boden verlegt, das Trassenareal nach Beendigung der Erdarbeiten auch mit Eiben wiederaufforsten. Im benachbarten Gewann Sandbock wachsen die kleinen Eiben schon jetzt heran, vor Wildverbiss eigens mit Maschendraht geschützt.

Eiben wachsen langsam

Der Forstbetrieb hat sie nicht angepflanzt, sondern vorhandenen Wildwuchs ausfindig gemacht und eingezäunt. Plüss: «Jetzt sind wir verantwortlich, bis sie eine Grösse von etwa 1,30 Meter erreicht haben. Aber keiner weiss genau, wann das sein wird, denn Eiben wachsen sehr langsam.»

Viele Informationen bei einem sportlichen Zeitrahmen – das war der Brugger Waldumgang 2018. Nach einem rund dreistündigen Marsch gab es beim Forstwerkhof noch ausreichend Gelegenheit, das Erfahrene im Gespräch mit den Experten zu vertiefen. Jeder Waldumgang-Teilnehmer erhielt dort eine Grillwurst und einen Nussgipfel.