Elfingen
Vorfreude auf den ersten Bio-Honig der Stiftung MBF

Die Stiftung MBF aus dem Fricktal besitzt in Elfingen seit kurzem sieben Bienenvölker. Damit erweitert die Stiftung ihre Produktpalette: Die Menschen mit Behinderung stellen nun auch Bio-Honig her.

Marc Fischer
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Francesco Tucci mit Imker-Schleier und Imkerpfeife vor dem MBF-Bienenhaus in Elfingen. mf

Francesco Tucci mit Imker-Schleier und Imkerpfeife vor dem MBF-Bienenhaus in Elfingen. mf

«Wir suchen immer Erweiterungsmöglichkeiten», erklärt der Geschäftsleiter der Stiftung MBF, Jean-Paul Schnegg. Im Zuge dieser Überlegungen keimte bei den Verantwortlichen des sozialen Unternehmens für Menschen mit einer Behinderung im Fricktal die Idee, Bienenvölker anzuschaffen und Imkerei zu betreiben. «So können wir unser Angebot mit Bio-Honig erweitern», freut sich Schnegg.

Beitrag für intakte Natur

In Elfingen, wo die Stiftung MBF eine Grünschnittanlage besitzt und bewirtschaftet, waren die Voraussetzungen ideal. Und so reichte die Stiftung MBF gemeinsam mit dem Baugesuch für einen Geräteschuppen auch ein Baugesuch für ein Bienenhaus ein. Dank der Unterstützung der Thomi-Hopf-Stiftung konnte dieses nun schneller als gedacht umgesetzt werden: seit Ende März haben in Elfingen sieben Jungvölker ein neues Zuhause.

Mit der Bienenzucht könne die Stiftung MBF nicht nur die Produktpalette erweitern, sondern zugleich auch noch einen Beitrag an eine intakte Natur leisten, beschreibt Jean-Paul Schnegg den doppelten Nutzen.

Kurs und Unterstützung des FiBL

Betreut werden die Jungvölker von einem Jungimker. Francesco Tucci, Leiter Produktion 1 der Stiftung MBF, stürzte sich mit viel Freude und Enthusiasmus in den neuen Job. «Ich war schon immer von Bienen fasziniert und betrachte es auch ein wenig als Ausgleich zur Büroarbeit», erklärt Tucci seine Motivation. Einen grossen Teil der Imker-Arbeit wird er in seiner Freizeit verrichten.

«Selbstverständlich sind wir das Projekt nicht konzeptlos angegangen», erläuterte Schnegg weiter, «wir konnten das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) als Partner beim Erarbeiten des Konzepts gewinnen.» Zudem wird Francesco Tucci, der den Imker-Kurs besucht während zweier Jahre von Bieneninspektor und Bienenzüchter Thomas Amsler begleitet. «Es ist ein Training on the Job», freut sich Tucci, «anders wäre es aber auch kaum möglich, ich stehe ja noch ganz am Anfang meiner Imkerkarriere.»

Dank der fachkundigen Anleitung und Unterstützung wird die MBF-Imkerei biologisch geführt. «Dies war für uns von Beginn an klar», so Schnegg, «unsere Gärtnerei ist bereits zertifiziert und auch die Grünschnittanlage wird derzeit auf biologischen Standard umgerüstet.»

Arbeiten im Hintergrund

Für die Menschen mit einer Behinderung, gibt es in einer ersten Phase vielfältige Arbeiten im Hintergrund zu erledigen. «Sie sind ins Projekt eingebunden, bereiten die Rahmen vor, in die dann die Waben kommen. Oder sie werden helfen, den Honig zu schleudern und abzufüllen», beschreiben Tucci und Schnegg mögliche Arbeiten. In einem zweiten Schritt sei es dann durchaus auch möglich, dass einzelne Menschen mit einer Behinderung im Bienenhaus mithelfen.

Das Interesse scheint vorhanden, Francesco Tucci jedenfalls wird immer wieder gefragt, wie es um die Bienen steht und was sie gerade machen. Auch die Vorfreude auf den ersten MBF-Bio-Honig ist gross. «Im Mai könnte es so weit sein», weiss Tucci. Und dann werden die Honigwaben in die MBF-Gärtnerei «Feldhof» in Frick gebracht und dort geschleudert.