Brugg

Vor zehn Jahren ist der Brugger Kulturclub Dampfschiff in See gestochen

«The Bandoneon on Travel» (Bild) und «Ceferino Marino Chamoux» treten am Sonntag an der argentinischen Matinée auf.

«The Bandoneon on Travel» (Bild) und «Ceferino Marino Chamoux» treten am Sonntag an der argentinischen Matinée auf.

Dank Spontaneität, Teamgeist und zufriedenen Bands wird es den Kulturclub noch lange geben. Maja Loncarevic und Alex Simmen blicken auf die zehnjährige Geschichte des Dampfschiffs zurück. Die zwei Verantwortlichen wagen einen Ausblick in die Zukunft.

«Hinter dem Kulturlokal Dampfschiff steht seit zehn Jahren eine Powercrew, die mit Vollgas arbeitet», erzählt Maja Loncarevic.

Sie ist die Verantwortliche für Kultur und seit Beginn an Bord. Fragt man Alex Simmen, den Vereinspräsidenten des Lokals, nach seinem persönlichen Highlight der bald zehnjährigen Geschichte, überlegt er lange und antwortet schliesslich: «En Huufe!»

Er schätze es sehr, wenn eine nationale oder internationale Band sich wohlfühle und gerne für ein Konzert nach Brugg zurückkehre. Die Atmosphäre im Dampfschiff sei einzigartig.

Loncarevic erinnert sich an eine Veranstaltung speziell: Im Jahr 2010 habe der Verein ein Benefiz-Konzert für die Erdbebenopfer von Haiti durchgeführt. «Die Bands haben gratis gespielt und das Publikum kam in Scharen», blickt sie zurück.

Trotz den vielen Highlights, drohte das Dampfschiff mehrmals zu sinken. «Wir haben uns immer und immer wieder gegen das Aufhören entschieden», erklärt Simmen. Brugg sei wegen der Nähe zum kulturellen Konkurrenten Baden ein sehr schwieriges Pflaster, schildert er das Problem, «auch das grosse ländliche Einzugsgebiet macht es uns schwer.» Das Team habe sich gegen jede Schliessung erfolgreich gewehrt und nennt das Dampfschiff die «erweiterte Stube».

«Platz für Spontaneität muss sein»

Der Verein Dampfschiff plant sein Programm normalerweise ein halbes Jahr im Voraus. «Aber Platz für Spontaneität muss definitiv sein», meint Simmen. Loncarevic nickt und schildert, wie es zur Zusammenarbeit mit den Künstlern kam, die am Sonntag auftreten werden: Sie selber habe die Musiker aus Buenos Aires auf einer Reise in Kroatien kennengelernt. Die zweite Band, die an der argentinischen Matinée auftreten wird, wurde von einer Mitarbeiterin in Patagonien entdeckt. Die Konzerte werden ergänzt durch Film, Fotografie und Gedichte.

Dazu passend zeigt das Kino Odeon einen argentinischen Film. «Die Vernetzung aller Kulturhäuser in Brugg ist uns ein Anliegen», erklärt Loncarevic. Der Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz ist seit einem Jahr eröffnet. Für das Dampfschiff bedeute das bis heute noch keine grosse Veränderung, legt Simmen dar, «die Studenten müssen den Weg zu uns noch finden.» Sie seien offen für Neues, falls die Studenten mit Ideen kommen würden.

«Mindestens noch weitere zehn Jahre»

Spricht man die Beiden auf die Zukunft des Dampfschiffs an, zeigen sie sich optimistisch. «Es stellt sich immer die Frage, übergibst du die Hauptleitung den Jungen oder lässt du das Dampfschiff mit dir altern», erläutert Simmen. Es existieren bereits Gefässe von Jungen für Junge, fährt er fort, aber er selber denke noch nicht ans Aufhören. Loncarevic stimmt zu und ergänzt: «Das Dampfschiff wird es, glaube ich, mindestens nochmals zehn Jahre oder länger geben.»

Argentinische Matinée Konzerte mit multimedialer Show, Sonntag, 7. September von 11– 16 Uhr im Dampfschiff

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