Frisch und modern präsentiert sich der neue Auftritt des Einkaufscenters Neumarkt in Brugg. Die Website kommt in einem überarbeiteten Look daher, aus dem beliebten Gutscheinheft «Sparsack» wird der «Brugger Bon».

Besonders auffällig für Passanten ist das 82 Quadratmeter grosse Megaposter, das Anfang vergangener Woche am Neumarkt 1 aufgehängt wurde. Dieses ist beispielsweise vom Bahnhof her gut sichtbar. «Mit dem Megaposter am Neumarkt 1 wollen wir Brugg in den Fokus rücken und zeigen den Stadtnamen daher stolz und riesengross an der Fassade», sagt Mirco Fritschi von der Firma Vispro AG, die für den neuen Auftritt zuständig ist.

Aufträge waren bereits erteilt

Vor lauter Euphorie über die Aufbruchstimmung scheint aber bei der Mietervereinigung vergessen gegangen zu sein, dass es für das neue Plakat eine Baubewilligung braucht, auch wenn vorher an gleicher Stelle bereits eines montiert war.

«Da sämtliche Aufträge für diese aufwendige und kostspielige Arbeit jedoch bereits erteilt waren, hat man – in Absprache mit allen Verantwortlichen – entschieden, das Sujet trotzdem zu wechseln», heisst es seitens des Neumarkts. Man sei «in bestem Einvernehmen mit der Stadt» und sämtliche Unterlagen zum Sujetwechsel würden der Stadt vorliegen. Das Baugesuch werde nachgereicht, heisst es. Bei der Abteilung Planung und Bau der Stadt Brugg wurde das Gesuch Stand gestern Dienstag aber noch nicht eingereicht, wie Abklärungen der AZ zeigen.

2000 Franken Busse?

Sowieso wird diese Nachlässigkeit eine Busse zur Folge haben. Maximalbetrag: 2000 Franken. Das bestätigt Stefan Hein, Leiter der Abteilung Planung und Bau der Stadt Brugg. «Es liegt aber im Ermessen des Stadtrats, die Busse festzulegen», ergänzt er. Bis 6. November sollte das Gesuch eingereicht werden.

Seitens Neumarkt ist man guter Dinge, dass dieses bewilligt wird. «Da es sich um ein Sujet mit positivem beziehungsweise für die Stadt neutralem Inhalt handelt, ist das Bewilligungsverfahren wohl reine Formsache», zeigen sich die Verantwortlichen überzeugt. «Der Neuauftritt soll symbolisieren, dass man an die Zukunft glaubt und darin investiert», sagte Fritschi letzte Woche gegenüber der AZ.

Mit dem neuen Auftritt wolle man den aktuellen Herausforderungen im Detailhandel entgegenwirken. «Die Bevölkerung muss mehr denn je das Bewusstsein entwickeln, dass ihr Konsumverhalten hauptverantwortlich ist für das weitere Bestehen oder Scheitern des Brugger Detailhandels und des Kleingewerbes», so Fritschi. Die Attraktivität eines Einkaufscenters beziehungsweise einer ganzen Stadt schwinde mit jedem Geschäft, das schliesse.