Brugg/Windisch
Vor dem grossen Derby: «Es geht um die Vorherrschaft in der Region»

Im Derby zwischen dem FC Brugg und dem FC Windisch ist der Tabellenplatz sekundär. Das Spiel wird aufgrund der Rivalität mit Spannung erwartet. Doch trotz Rivalität und Emotionen steht letztlich der Respekt gegenüber dem Gegner im Vordergrund.

Janine Müller
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Der FC Brugg (in Blau) will gegen die Kontrahenten vom FC Windisch als Sieger vom Platz gehen.

Der FC Brugg (in Blau) will gegen die Kontrahenten vom FC Windisch als Sieger vom Platz gehen.

Das Derby gegen den FC Brugg ist für den FC Windisch zugleich der Start in die Rückrunde der 2. Liga regional. Das Heimspiel haben die Windischer im letzten Herbst mit 0:1 verloren. Und auch jetzt sieht FCW-Trainer Gerardo De Luca, der das Team neu übernommen hat, die Brugger im Vorteil.

Bei den Windischern wurden auf die Rückrunde hin einige junge Spieler in das Team integriert, aber auch den einen oder anderen Abgang musste die Mannschaft hinnehmen. So wechselte beispielsweise Polat Günes ausgerechnet zum FC Brugg.

Für Gerardo De Luca ist das kein Problem: «Solche Transfers wird es immer wieder geben.» Von Rivalität zwischen dem FC Windisch und dem FC Brugg will er denn auch nicht sprechen. «Wir sind Mitbewerber in der gleichen Liga, das ist alles», hält der FCW-Coach sachlich fest.

Das erste Spiel – ob nach der Sommer- oder Winterpause – sei sowieso immer speziell. Da mache es keinen Unterschied, wenn es gleich noch das Derby gegen den Nachbarn ist. Unter den jüngeren Spielern sei von Rivalität kaum etwas zu spüren. «Die gehen sogar gemeinsam in den Ausgang», sagt De Luca.

Es geht um die Vorherrschaft

Etwas andere Töne schlägt der Brugger Trainer an. «Für die Mannschaft ist das ein Spitzenspiel, es geht um die Vorherrschaft in der Region», sagt Roland Leiss fast schon pathetisch. «Da sind alle topmotiviert und wollen gewinnen. Nicht zuletzt, weil viele Spieler aus der Jugend des FC Brugg stammen und die Rivalität zum FC Windisch nicht anders kennen.» Es seien sich alle aus der Mannschaft bewusst, worum es hier gehe.

«Im Derby ist der Tabellenplatz meist nur sekundär», fügt Leiss an. Da könne auch der Letzte gegen den Ersten gewinnen. «Die Rivalität ist gross. Während 90 Minuten gibt man alles für den Sieg», führt Leiss aus. «Doch nach dem Spiel soll man die Emotionen wieder ruhen lassen.» Trotz Rivalität und Emotionen: Letztlich steht der Respekt gegenüber dem Gegner über allem.

Eine kleine Anekdote zur Rivalität zwischen Brugg und Windisch hat Roland Leiss noch auf Lager: «Am Fussballsymposium in Lenzburg tauschte ich mich mit Raimondo Ponte Junior aus. Luigi Ponte war dann sehr überrascht, dass er uns Rivalen in einem so freundschaftlichen Gespräch gesehen hat. Das habe er schon lange nicht mehr erlebt, sagte er.»

Für das heutige Derby hat sich das Team von Roland Leiss einiges vorgenommen: «Wir wollen einen Sieg und nichts anderes. Und wir möchten unseren hoffentlich vielen Zuschauern einen gepflegten, interessanten Fussball zeigen.» Mit den Neuzugängen erhoffen sich die Brugger mehr Durchschlagskraft in der Offensive. Dieser Plan scheint aufzugehen. Denn anders als die Windischer hatten die Brugger bereits letzten Freitag ihr erstes Spiel in der Rückrunde. Auswärts gegen Suhr gelang ein 3:1-Sieg. Damit hat Brugg vor dem heutigen Derby zwei Punkte Vorsprung auf Windisch (7. Rang) und liegt nun auf dem 6. Rang.

In Windisch nimmt man die Derby-Situation etwas pragmatischer. «Natürlich streben wir einen Sieg an», sagt Trainer Gerardo De Luca. «Aber: Wichtig ist, wo wir Ende Saison stehen.»

Fussball 2. Liga: FC Brugg - FC Windisch, 20.15 Uhr, Stadion Au Brugg.