In Windisch stehen seit 2014 mit Ammann Heidi Ammon (SVP) und Vizeammann Rosi Magon (SP) erstmals zwei Frauen der Exekutive vor. Diese Konstellation gibt es momentan auch in Aarau, Kaiseraugst, Rottenschwil und Wohlenschwil. Seit der Einführung des Frauenstimmrechts waren in Windisch vor Ammon und Magon noch drei weitere Frauen im Gemeinderat aktiv: Elisabeth (Sabi) Wernli (SP), Madeleine Schifferle (SP) und Eva Knecht-Riniker (FDP).

Standvermögen erfordert

Heidi Ammon schrieb in Windisch Geschichte: Ab 2006 war sie die erste Frau Vizeammann und ab 2014 die erste Frau Gemeindeammann. Die heute
56-jährige Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin widmete sich zuerst als Präsidentin des Schweizerischen Berufsverbands der Hauswirtschaftslehrerinnen der gewerkschaftlichen Tätigkeit. «Dort spürte ich eher Widerstände als später in der Politik», sagt sie. Ihre politische Laufbahn startete Ammon mit der Einsitznahme in der Frauen-Gruppe der Bezirks-SVP. Dort ging es um die Integration der Frauen in die Bezirkspartei. Heidi Ammon erinnert sich: «Die politische Auseinandersetzung mit den verschiedensten Themen wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Öffnung der Männerberufe respektive Frauenberufe und Tagesstrukturen erforderte teilweise gutes Standvermögen.»

Vor zweieinhalb Jahren kandidierten in der Region Brugg gleich mehrere Frauen für die Wahl als Gemeindeammann. «Der Seltenheitseffekt ist nicht mehr gegeben. Birrhard, Brunegg und Remigen sind gute Beispiele», fährt Ammon fort. «Interessanterweise haben mir nach der Wahl mehr Männer als Frauen gesagt, dass es gut sei, einmal eine Frau als Gemeindeammann zu haben.»

Die SVP-Politikerin ist überzeugt: «Frauen braucht es in der Politik auf allen Stufen.» Zuversichtlich stimmt sie, dass in jüngster Zeit einzelne Gemeinden aktiv nach Frauen für das Gemeinderatsamt suchten. Die Art und Weise, wie Frauen und Männer politisieren, ist laut Ammon nach wie vor unterschiedlich. Deshalb sei es wichtig, dass politische Gremien ausgewogen zusammengesetzt sind.(CM)