Die «AntoRita Academy» in Ukunda, Kenia, ist stark gewachsen. Heute zählt die Schule 23 Gebäude. «Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue, alle Kinder wiederzusehen und zu entdecken, dass sie etwas gelernt haben», sagt Rita Gigliotti. Sie dankt allen, die das private Afrika-Hilfswerk seit Jahren finanziell unterstützen. «Jede Hilfe ist Gold wert, und ohne diese Hilfe wäre diese Schule nie gebaut worden.»

Immer wieder Überraschungen

«Ein solches Projekt am Leben zu erhalten, erfordert viel Kraft und Pflege», berichtet die Schneiderin und Inhaberin des Nähateliers Rita in der Brugger Altstadt. Obwohl jedes Jahr Listen erstellt werden, was alles erneuert oder neu gebaut werden muss, tauchen vor Ort immer wieder Dinge auf, die nicht einberechnet sind.

Die Antorita Academy.

Die Antorita Academy.

«Im vergangenen Jahr wurden die drei neuen Aulen fertiggestellt und auch mit Möbeln versehen. Die Schulküche musste jedoch unerwartet erneuert werden, da sich das Feuer in den Zement gefressen hatte, aus dem die Kochplätze gemacht sind», erklärt Ehemann Antonio Gigliotti. Weiter sind diverse Malerarbeiten und Reparaturen nötig, die meistens grösser ausfallen als erwartet. Auch der Boden auf dem ganzen Schulgelände muss ausgebaut werden, da die Kinder sehr oft darauf spielen, sitzen oder Schularbeiten machen.

Aber nicht nur der Infrastruktur muss Sorge getragen werden. Auch die Kinder brauchen eine gerechte Pflege. Jedes Jahr erhalten alle Schüler der «AntoRita Academy» neue Schulbücher und als Besonderheit eine neue Schuluniform. «Die Kinder nutzen diese sehr schnell ab, da sie die Kleider nach der Schule daheim nicht wechseln», erklärt Rita Gigliotti. «Sie haben keine Kleidung zum Umziehen und so tragen sie die Uniform den ganzen Tag. Durch die Sonne und den Dreck ist dann alles sehr schnell durchgetragen.»

Kinder sollen Zukunft haben

«Wir waren nie die Inhaber dieser Schule», beginnt Rita Gigliotti das heikle Thema um die Zukunft. «Wir waren immer die Sponsoren. Jedoch werden wir nicht jünger und bisher haben wir keine Nachfolge, die das Hilfswerk weiterleiten würde.» In Anbetracht dieser unklaren Zukunft hat sich das Ehepaar aus Fislisbach entschieden, die Schule in die Hände der Gemeinde zu geben. «Wir brauchen noch die nötigen Dokumente dafür, aber die Übergabe ist bereits im Gange», erzählt Rita Gigliotti weiter.

Für die gebürtigen Italiener ist klar, dass sie den Kindern, die ihre Schule besuchen, weiterhin eine Zukunft mit Schulbildung ermöglichen wollen. «Solange wir noch können, werden wir weitermachen und die Schule pflegen. Wenn bis zum Schluss keine Nachfolge gefunden ist, so bleibt die Schule immerhin durch die Gemeinde von Ukunda bestehen», schliesst Antonio Gigliotti.

Am 17. Januar 2019 wird das Ehepaar ein weiteres Mal den Weg nach Ukunda auf sich nehmen. Bis dahin nehmen sie wieder gerne Spenden entgegen.