«Wo gönd Ehr ane? Wänd mer nid zu de Römische Klangwärkstatt?» Die jungen Frauen vor dem Plakat mit den Kursangeboten des Lateintags haben offensichtlich die Qual der Wahl. Allerdings hat es das Angebot in sich. «Durch alle Zeiten im Gespräch», steht als Thema über dem 5. Schweizerischen Lateintag, hinter dem der Verein Lateintag, die Fachhochschule Nordwestschweiz, die Pädagogische Hochschule der FHNW, die Gesellschaft pro Vindonissa sowie das Vindonissa-Museum stehen.

Auch bei Jugend im Gespräch

Im Gespräch ist das Latein offensichtlich. Und das, wie der Blick auf die Besucherinnen und Besucher des Lateintags zeigt, auch bei der Jugend. Pius Meyer, der Präsident des LateintagOrganisationskomitees, freut sich bei der Begrüssung jedenfalls über das Interesse an der vermeintlich toten Sprache und stellt fest: «Sie alle sind die Zeugen – die testimonnii – dafür, dass das Latein lebt.»

Sozusagen als Vertreter dieser Zeugen geben Personen verschiedenen Alters, vom ergrauten Emeritus bis zum Bezirksschüler, Auskunft darüber, was ihnen Latein bedeutet.

«Wer sich auf das Latein einlässt, entdeckt im Fremdartigen Verwandtes», stellt Alexander Hofmann fest, der als Vizedirektor der Pädagogischen Hochschule de FHNW gewissermassen Gastgeber des Lateintags ist. Er gibt aber auch zu bedenken: «Es geht beim Latein nicht um die Frage der Nützlichkeit, sondern um die Erfüllung des Forscherdrangs.» Gelegenheit, diesen Forscherdrang auszuleben, bieten die 24 Kursangebote des Lateintags. Beispielsweise das Angebot «Klaus’ Knochen küssen». Dabei geht es um die Magie der Dinge im Barock im Allgemeinen und den Umgang mit den Knochen des heiligen Bruder Klaus im Besonderen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können bei der Entzifferung einer lateinischen Handschrift aus dem 18. Jahrhundert selber aktiv werden. Und sind sich erwartungsgemäss bei der Interpretation nicht immer einig.

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Durchweg erfreuliche Echos

«Ich bin mit dem Verlauf des Lateintags sehr zufrieden», erklärt Pius Meyer kurz vor dem musikalischen Ausklang mit Janka Speglitz (Cello) und Christoph Bischofberger (Querflöte). «Die Echos sind durchweg sehr erfreulich. Es ist gelungen, Jung und Alt zusammenzubringen. Eines der Highlights waren sicher die szenischen Darbietungen der Schülerinnen und Schüler zu denkwürdigen Momenten aus Mythos und Geschichte. Die Schülerinnen und Schüler sind letztendlich unser Nachwuchs. Aber auch im Aargau sind die Veränderungen der Rahmenbedingungen für die Schule feststellbar, die durch die Politik gesetzt werden. Für den Lateinunterricht wird es schwieriger. Das in die Köpfe zu bringen ist auch eines der Ziele des Lateintags.»