«Bloss den Petrus nicht abfüllen, sonst spielt der uns einen Streich», scherzte ein älterer Besucher. Der eine oder andere skeptische Blick zum Himmel liess sich dann aber nicht vermeiden, wäre doch ein nasses Fest in den Rebbergen von Schinznach-Dorf nicht dasselbe Vergnügen. Tatsächlich blieb es am dann mehrheitlich trocken.

Mit einer Fläche von 46 Hektaren ist die neue Gemeinde Schinznach die grösste Rebbaugemeinde im Kanton. 50 verschiedene Traubensorten werden hier angebaut. Ausgerüstet mit einem Glas und einer zugehörigen Tragtasche machten sich Weinliebhaber auf den Weg, um von Räbhüsli zu Räbhüsli zu ziehen und sich den Gaumen mit lokalen Tropfen wie Kerner, Chardonnay oder Sauvignon und unzähligen mehr verwöhnen zu lassen. Selbstverständlich wurden nur Schinznacher Weine ausgeschenkt, sollten doch die Besucher auf die hiesigen Produkte aufmerksam gemacht werden. Was andere Getränke betrifft, war der internationalen Vielfalt keine Grenzen gesetzt, so standen auch Drinks wie Cuba Libre oder Mai Tai im Angebot.

Für alle Geschmäcker

Bei der Verpflegung war das kulinarische Spektrum riesig. Mit Paella, Chilli con Carne, Argentinischem Asado aber auch Raclette oder Käseschnitten und vielem mehr war für alle Geschmäcker etwas dabei. Gesorgt wurde für verschiedenste Unterhaltung. So gab Marcel Perret seine Kreativholzvorführungen zum Besten. Mit der Motorsäge schnitzte er geschickt eine Traube. Traditionellerweise trug die Alphorngruppe Biberstein zu einem stimmungsvollen Fest bei und auch die Band Jurasüdfuess lockte zahlreiche Besucher an.

Neu fand das Räbhüsli-Fescht direkt im Anschluss an die nicht weniger traditionelle Weinwanderung statt. Die müden Wanderer erreichten auf dem Festgelände ihr Ziel und konnten im Anschluss den Abend gemütlich ausklingen lassen. Eine Wanderung machte aber auch, wer das ganze Gelände mit seinen 15 Räbhüsli sowie den Weinbrunnen beim Eingang erkunden wollte. Bei einer Route von zwei Kilometern und der beträchtlichen Anzahl zurückzulegender Höhenmeter wurde der Wein bald wieder ausgeschwitzt.

Atmosphäre als Besonderheit

Im Vordergrund stand für die meisten Besucher das gemütliche Beisammensein in guter Gesellschaft. «Dass das Fest direkt in den Rebbergen stattfindet, macht die Atmosphäre besonders», so ein älteres Paar.

Die insgesamt 16 Ausschank-, Verpflegungs- und Unterhaltungsstandorte werden jeweils von lokalen Vereinen, Institutionen und Familien geführt. Neu am diesjährigen Anlass machten der Ski- und Snowboardclub, der Gewerbeverein Schenkenbergertal sowie die Musikgesellschaft mit.