Mülligen
«Von einem Zirkus hat die Schule in Mülligen schon lange geträumt»

Gibt es eine spannendere Projektwoche als eine, die sich dem Thema Zirkus widmet? 67 Kinder aus Mülligen haben in dieser Woche Praxis pur erlebt. Sie erarbeiteten ein tolles Programm, das sie morgen im Zirkus Ramalino zweimal zeigen werden.

Elisabeth Feller
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Das sieht richtig profimässig aus: Grosser Auftritt für zwei Schülerinnen im Zirkus Ramalino.

Das sieht richtig profimässig aus: Grosser Auftritt für zwei Schülerinnen im Zirkus Ramalino.

Sandra Ardizzone

Erika Füglister blickt zum Himmel: «Sonne», sagt sie und strahlt. «Hoffentlich scheint sie auch morgen.» Die Schulpflegepräsidentin hofft auf gutes Wetter. Nicht für sich, sondern für 67 Kinder, die präsentieren werden, was sie in ihrer Projektwoche erarbeitet haben: Ein artistisches Programm für den Zirkus Ramalino.

Sieht ganz schön abenteuerlich aus
5 Bilder
Spielen auf und mit bunten Fässern macht Spass
Bevor es ins Zirkuszelt geht, eine Probe in der Turnhalle
Die Balance halten ist gar nicht so einfach
Schon richtig profimässiger Auftritt im Zirkuszelt

Sieht ganz schön abenteuerlich aus

Sandra Ardizzone

«Zirkus – davon haben wir hier schon lange geträumt. Finanziell ist das ein Kraftakt.»

Doch diesen konnte die Mülliger Schule jetzt aber dank einem generösen Gemeinderat stemmen – ergo dürfen die Mitwirkenden den morgigen Vorstellungen entspannt entgegenblicken. Dass die Kindergärtler bis Fünftklässler das können, ist sowohl den Betreuungspersonen wie dem Kinderzirkus Bengalo zu verdanken.

Dieser gehört einer Zirkusfamilie aus Amriswil, die sich auf die Durchführung von Schulprojekten spezialisiert hat. Nach Mülligen angereist ist sie mit einem Zelt, das 270 Sitz- und 30 Stehplätze aufweist.

Am Samstag vergangener Woche wurde dieses mit Unterstützung von Mülliger Vätern auf dem Schulplatz aufgestellt; am Montag startete die Projektwoche.

Das hiess für jedes Kind: «Wo will ich mitmachen? In der Gruppe Seil, Zauberer, Trapez, Trampolin oder Diabolo? «Kein Problem. Alle fanden sofort ihren Platz», sagt Erika Füglister lächelnd, weil sie sich an eine Begebenheit erinnert.

«Als Clowns benötigt wurden, standen blitzschnell zwei Schüler auf: ‹Das sind wir›.» Klar war allen, dass überall im Dorf Plakate hängen sollten. Solche, die von den Kindern selbst gestaltet wurden. Wer sie betrachtet, merkt, welch liebevolle Detailarbeit hinter dem Zirkus-Projekt steckt. Obgleich der Eintritt in die beiden Vorstellungen gratis ist, gibt es Billette.

«Alles muss ja seine Richtigkeit haben», sagt die Schulpflegepräsidentin dazu. Analog zu den Plakaten sind auch die Eintrittskarten individuell gestaltet. Wie es sich für einen Zirkus gehört, gibt es zwischen den beiden, je 40 Minuten dauernden Vorstellungsblöcken, eine Pause – die Gelegenheit, um sich am Buffet des Schulfoyers auf Zuckerwatte oder Popcorn zu stürzen.

Alles soll am Freitag stimmen, um Einheimischen und Auswärtigen – etwa Schulkinder aus Habsburg – ein feines Programm zu bieten, das weder mit Musik ab Band noch mit glamourösen Lichteffekten knausert.

Ein Augenschein bei einer der letzten Proben zeigt: Die Kinder machen eine ausgesprochen gute Figur; nur eine Kleinigkeit: «Die Verbeugung könnte noch etwas schwungvoller sein», sagt einer aus dem Bengalo-Team.

Die Kinder hören ihm zu, nicken und setzen seinen Vorschlag gleich in die Tat um. Applaus brandet auf – gespendet von Zaungästen, die auf den Holzbänken sitzen.

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