Brugg

Von Bach bis Bob Marley: Die Ukulele gibt den Ton an

Vielseitig: Ueli und Tina Gygli spielen einige Stücke aus ihrem Repertoire.

Vielseitig: Ueli und Tina Gygli spielen einige Stücke aus ihrem Repertoire.

Tina und Ueli Gygli veranstalten erstmals eine Jamsession im «Dampfschiff» – Anfänger sind willkommen.

Gemeinsam singen und auf der Ukulele musizieren, das ist ein urbaner Trend, der auch in den Aargau passt. Davon sind Tina und Ueli Gygli überzeugt. Das Ehepaar möchte seine Freude am Instrument teilen und organisiert zum ersten Mal ein Ukulele Jam im Kulturlokal Dampfschiff in Brugg. Die Veranstaltung, die fortan wöchentlich stattfinden soll, sei gerade für über 50-jährige wie sie gut geeignet, finden Gyglis. Diese Zielgruppe habe schon vielen Musikdarbietungen andächtig gelauscht und wolle nicht mehr still dasitzen, sondern mitmachen. Auch Jüngere sind an dieser Veranstaltung willkommen. Es kommt nicht darauf an, ob die Teilnehmer Ukulele-Profis sind oder zum ersten Mal ein Instrument in der Hand halten.

Gerade für Einsteiger eigne sich die Ukulele gut, da sie relativ einfach zu spielen sei, sagen die Initianten des Ukulele Jams. Sie haben sich das Spielen mithilfe des Internets weitgehend selbst beigebracht. Ueli Gygli ist schon lange als Musiker aktiv, aber die Ukulele war auch für ihn Neuland. Genauso für seine Frau. Zwar begleitete die Kindergärtnerin ihre Schützlinge beim Singen gelegentlich auf der Ukulele, doch so richtig spielen konnte sie nicht.

Von Bach bis Bob Marley

Ihre Gitarrenkenntnisse halfen den beiden Bruggern nur bedingt. Denn die Ukulele ist keine Mini-Gitarre, obwohl sie so aussieht. Die Instrumente unterscheiden sich im Stimmen und in der Tonhöhe. Zudem hat die Ukulele weniger Saiten als eine Gitarre. «Mit sechs Griffen kann man schon 90 Prozent aller Popsongs spielen», sagt Ueli Gygli. Handkehrum dürfe die Ukulele nicht unterschätzt werden, denn auch anspruchsvolle Stücke seien mit ihr möglich. Es gebe Leute, die darauf Bach spielten.

Bei der geplanten Jamsession wird allerdings auf Bach verzichtet. Dafür wird ein breiter Mix von Joe Dassin zu Bob Dylan über das Aargauerlied bis hin zu Bob Marley gespielt. Die Noten mit dazugehörenden Youtube-Tutorials sowie allgemeine Informationen sind über den Link auf der Website des «Dampfschiffs» verfügbar. Die Setliste wird ebenfalls aufgeschaltet. So wissen die Besucher schon im Voraus, was am Abend gespielt wird.

Das Interesse für die Ukulele Jams wurde bei Tina und Ueli Gygli in den USA geweckt. Ueli Gygli, der an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) Brugg-Windisch als Dozent angestellt ist, machte an einer Partneruniversität in Kalifornien ein Sabbatical. Deshalb lebte das Paar während sieben Monaten in Huntington Beach in der Nähe von Los Angeles. Tina Gygli besuchte öfters eine Jam Session in einem Musikklub einer Bekannten. «Als ich das erste Mal da war, hat man mir einfach eine Ukulele in die Hand gedrückt und mir den Griff C erklärt», sagt sie. «Mir wurde gesagt: ‹Immer wenn das C kommt, spielst du es.›» Später kam auch ihr Mann regelmässig an die Jamsessions. Begeistert von diesem Konzept, beschlossen die beiden, ein Ukulele Jam in der Schweiz zu veranstalten.

Ursprünge in Portugal

Die Ursprünge der Ukulele liegen in Portugal. Seefahrer brachten das Saiteninstrument Braguinha im 19. Jahrhundert nach Hawaii. Begeistert von dem Instrument, entwickelten es die Einheimischen weiter. Zur Namensherkunft gibt es verschiedene Theorien. Eine der bekanntesten besagt, dass die Hawaiianer den Namen «Ukulele» (hüpfender Floh) wählten, weil die Bewegung der Hände bei schnellem Spielen an einen Floh, der über die Saiten springt, erinnert. Mittlerweile ist das Instrument weltweit bekannt.

Tatsächlich haben sich für die erste Jamsession schon zahlreiche Interessenten bei Gyglis gemeldet. Das Ehepaar hofft auf 20 bis 30 Teilnehmer. Der Abend wird so ablaufen, dass die Leute die ausgedruckten Noten und die Ukulele mitbringen und gemeinsam musizieren und singen werden. Doch auch Solodarbietungen werden gerne gesehen, respektive gehört.
Tina und Ueli Gygli betonen, dass jeder willkommen sei, auch Anfänger. Die Teilnehmer müssten sich nicht schämen, wenn sie mal etwas vergeigten. Denn falsche Töne gingen im gemeinsamen Klang sowieso unter. Eines ist jedoch für alle ein Muss: Freude am gemeinsamen Singen und Musizieren.

Ukulele Jam im «Dampfschiff» Brugg. Ab Dienstag, 17. Oktober, wöchentlich von 19 bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 10 Franken.

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