Mülligen
Vom Demissionsvirus befallen: drei neue Gemeinderäte gesucht

In Mülligen stehen in diesem Jahr mehrere wichtige Geschäfte an. Darunter auch personeller Natur, denn drei Gemeinderätinnen und Gemeinderäte treten ab.

Michael Hunziker
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In Mülligen treten drei Gemeinderäte und Gemeinderätinnen ab. Die Suche nach Nachfolgerinnen beginnt. (Symbolbild)

In Mülligen treten drei Gemeinderäte und Gemeinderätinnen ab. Die Suche nach Nachfolgerinnen beginnt. (Symbolbild)

Michael Hunziker

Mülligen Verschont worden sei der Gemeinderat Mülligen bisher zwar von der Coronapandemie, erfasst worden allerdings vom Demissionsvirus, stellt Gemeindeammann Ueli Graf im aktuellen «Mülliger Blatt» fest. In diesem blickt er zurück auf ein schwieriges 2020 und weist hin auf die anstehenden Herausforderungen im neuen Jahr.

Mit Rudolf Bachmann und Samuel Baldinger haben gleich zwei Gemeinderäte ihren Rücktritt per Ende 2020 eingereicht. Und ein weiterer steht bevor: Gemeinderätin Patricia Gwerder wird per Ende März demissionieren, weil sie aus Mülligen wegzieht.

Der erste Wahlgang für die Ergänzungswahlen findet am Sonntag, 7. März, statt. Gemeindeammann Graf wünscht sich, dass sich gut qualifizierte Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl stellen, damit die drei Sitze besetzt und der Gemeinderat ab April wieder in Vollbesetzung arbeiten kann. Anmeldeschluss für Kandidierende ist am Freitag, 22. Januar, 12 Uhr, bei der Gemeindekanzlei.

Entwicklungsleitbild liefert eine Gesamtschau

Auch in der Gemeindeverwaltung kommt es zu einer Veränderung. Gemeindeschreiberin Fabienne Zinniker wird per 1. März in gleicher Funktion in die Gemeindeverwaltung Lupfig wechseln. Ihre Nachfolgerin, Bianca Eichenberger, tritt ihre Stelle am 1. Februar an.

Auf Freitag, 5. März, hat der Gemeinderat die ausserordentliche Gemeindeversammlung angesetzt. Vorgelegt werden diejenigen Geschäfte, die eigentlich im vergangenen November behandelt hätten werden sollen. Das kantonale Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) hat die Bewilligung erteilt, die Jahresrechnung 2019 sowie das Budget 2021 der Gemeindeversammlung verspätet vorzulegen.

Heissen die Stimmberechtigten das Budget gut, kann der Gemeinderat die Erarbeitung eines Räumlichen Entwicklungsleitbildes (REL) für die Gemeinde an die Hand nehmen. «Das Räumliche Entwicklungsleitbild soll eine Gesamtschau über das gesamte Gemeindegebiet leisten», führt Ueli Graf aus. Es trage zur Schärfung des Gemeindeprofils bei, indem es eine räumlich-strategische Vorstellung davon vermittle, wie sich die Gemeinde gesamthaft und in den verschiedenen Gebieten in den nächsten 25 Jahren entwickeln soll. «Es zeigt auf, welche Gebiete sich in welchem Masse für die hochwertige Innenentwicklung eignen, und legt entsprechende Schwerpunktgebiete fest», fährt der Gemeindeammann fort. «Es klärt aber auch, welche Elemente und Gebiete unverändert bleiben oder sich bewusst nur wenig entwickeln sollen.» Ebenfalls diene das Räumliche Entwicklungsleitbild der Vor­bereitung auf die notwendige Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Der Gemeinderat wird für diese Aufgabe eine Projektgruppe bilden und die Dienste von externen, erfahrenen Fachleuten bei­ziehen.

Die Schule erhält neue Führungsstrukturen

Eine Projektgruppe wird ab Januar auch die neuen Führungsstrukturen der Schule Mülligen erarbeiten. Denn weil das Aargauer Stimmvolk beschlossen hat, die Schulpflege abzuschaffen, muss der Gemeinderat per Anfang 2022 zusätzlich die bisherigen Aufgaben der Schulpflege übernehmen.

Weitere wichtige Geschäfte sind gemäss Graf die künftige Wasserversorgung, das «längst fällige» Parkierungsreglement oder die Belagssanierung der Birrfeldstrasse inklusive Radwegverlängerung bis zum Restaurant Waldheim.

Der Gemeinderat hofft, im Laufe dieses Jahres wieder in hohem Masse zurückkehren zu können «zu unserem gewohnten sozialen Leben»: Gemeindeversammlungen, Runde Tische und gesellschaftliche Anlässe mit unterschiedlichem Zielpublikum.