Kirchgemeinde Rein

Vom Biolandwirt zum Pfarrer: Er bringt frischen Wind in die Gemeinde

Bei ihm darf viel gelacht werden, verspricht Pfarrer Michael Rust.

Bei ihm darf viel gelacht werden, verspricht Pfarrer Michael Rust.

Michael Rust ist neuer Pfarrer der Kirchgemeinde Rein. Am Sonntag wird er offiziell installiert. Die AZ hat ihn im Voraus getroffen.

Zwei Fische und fünf Brote liegen Pfarrer Michael Rust, 35, besonders am Herzen. Für die exakte Bibelangabe des Vermehrungswunders holt er sein Smartphone aus der Tasche, schaut im Predigtprogramm nach und bestätigt seine bereits gemachte, exakte Angabe: Markus 6, 30-44.

Allein dieses technikaffine Verhalten zeigt, dass in Rein jetzt ein junger, aufgeschlossener und moderner Pfarrer eingezogen ist, der frischen Wind in die Gemeinde bringt. Zu dieser gehören die politischen Gemeinden Remigen, Rüfenach, Villigen mit Stilli, Würenlingen sowie die Ortsteile Brugg-Lauffohr und Siggenthal-Station.

«Wie ist es möglich, dass mit so wenig Essen so viele satt werden können?», bleibt Rust bei der Bibelstelle und erklärt: «Wenn jeder das einbringt, was er kann, dann wird es auch für alle reichen.» Er könne auch nicht alles, betont der grosse, kräftige Pfarrer und wirkt dabei sehr bescheiden. Er wird aber für die Kirchgemeinde Rein sein Bestmögliches geben, beteuert er.

Er wurde in Namibia geboren

Michael Rust ist in Namibia geboren und im Alter von zwölf Jahren in die Schweiz gekommen. Sein Vater, ein Schweizer, lebte eine Zeit lang in Namibia und lernte dort die Mutter von Michael Rust kennen. In der Schweiz erlernte der junge Theologe zunächst den Beruf des Biolandwirts. Ein schwerer Unfall beim Schwingen zwang ihn allerdings dazu, etwas Neues zu beginnen.

So kam er zur Bibelschule, wonach er für fünf Jahre wie- der zurück nach Namibia ging. Im Alter von 30 Jahren war es dann aber so weit, dass er wieder zurück in die Schweiz wollte, um hier Theologie in Freiburg und Bern zu studieren. Sein Vikariat in Unterentfelden ist abgeschlossen und seit Mitte August hat er nun die Stelle des Pfarrers der Kirchgemeinde Rein inne.

Wer aufs Pfarrhaus in Villigen zugeht, das Michael Rust zusammen mit seiner Frau nun bewohnt, dem fällt an der Haustür eine grosse weisse Hortensie mit einem markanten Willkommens-Schild auf. Der Eingang wirkt so überaus freundlich und einladend. «Es ist ein offenes Haus, die Leute sollen sich hier willkommen fühlen», betont Rust mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht. Es scheint, als ob dieser Mann sehr nahe bei den Menschen ist.

«Ich bin ein Beziehungsmensch mit viel Humor», beschreibt sich der Theologe selbst und lacht. Lotti Härdi, die Sekretärin der Kirchgemeinde Rein, ist jedenfalls überaus glücklich, dass Michael Rust jetzt hier Pfarrer ist, denn er sei sehr offen, würde mitten im Leben stehen und genau wissen, wovon er spricht. Schon während seines Studiums arbeitete Rust in Rein als Sozialarbeiter und kennt somit schon viele Gemeindemitglieder. «Was, Sie kennen meinen Namen?», wurde Rust jüngst am Mittagstisch von einem Gemeindemitglied gefragt. Das kommt an.

In einer ländlichen Gemeinde am richtigen Ort

Die Jugendarbeit, die Seelsorge und auch die Spitalbesuche werden in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit sein, bei der er den Menschen immer in den Mittelpunkt stellen wird. Privat liebt Rust die Natur und die Vögel und ist somit in seiner ländlichen Gemeinde am richtigen Ort. Es fasziniert ihn, dass aus kleinen Pflänzchen etwas wahrhaft Grosses werden kann.

Die Kirchgemeinde hat grosse Erwartungen an Rust. Er wird sich diesen stellen und seine «zwei Fische und fünf Brote» in die Gemeinde einbringen. Worauf sich diese aber einstellen kann: Bei ihm darf und wird viel gelacht werden. Die Gemeinde muss sich nur frohgemut darauf einlassen.

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