Ladensterben

Volg Unterwindisch: Die Zukunft des Ladens bereitet Sorge

Der Volg in Unterwindisch ist in der ehemaligen Tennishalle untergebracht.

Der Volg in Unterwindisch ist in der ehemaligen Tennishalle untergebracht.

Die Unterwindischer hängen an ihrer Einkaufsmöglichkeit – es ist aber unklar, wie lange der Volg erhalten bleibt. Kritik gibt es unter anderem am Bio-Angebot.

Die Tage des Dorfladens in Unterwindisch sind angezählt. Die alte Tennishalle, in welcher der Volg untergebracht ist, befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Schon mehrmals hat die Volg Konsumwaren AG den Quartierverein Unterdorf darauf hingewiesen, dass sie keine grossen Investitionen tätigen wird, sollte beispielsweise die Kühlanlage aussteigen. Entsprechend plötzlich könnte es vorbei sein mit der Einkaufsgelegenheit im Windischer Unterdorf.

Um auf dieses Szenario möglichst gut vorbereitet zu sein, beschäftigt sich der Quartierverein schon länger mit der Zukunft des Dorfladens. Zumal sich das Quartier in den vergangenen Jahren enorm entwickelt hat – Stichwort Kunzareal. Ungefähr 1000 Menschen sind in Unterwindisch mittlerweile zu Hause. Die neuen Wohnungen, darunter Lofts, haben eine eher urban geprägte und gut situierte Bevölkerungsschicht angezogen. Ein Teil der Bevölkerung empfindet den aktuellen Quartierladen als nicht attraktiv.

Die Bereitschaft mitzuwirken ist hoch

Der Quartierverein hat Bachelor-Studierenden des Fachs Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) den Auftrag gegeben, eine Bedarfserhebung in der Unterwindischer Bevölkerung durchzuführen. Der Fragebogen konnte online ausgefüllt werden, zudem haben die Studierenden sechs Perso­-nen interviewt. Das Ziel war die Prüfung von Ladenformen, die neben einem materiellen Grundbedarf auch soziale Bedürfnisse der Bevölkerung decken können. Weiter wurde geprüft, wie gross die Mitwirkungsbereitschaft ist bezüglich Realisierung eines Konzepts für eine neue Ladenform. Die Ergebnisse zeigten auf: Die Quartierbevölkerung hängt an dem Laden, und die Mitwirkungsbereitschaft ist hoch. 220 Personen haben an der Umfrage teilgenommen.

Kritik am mangelnden Bio-Angebot

Das Resultat der Umfrage habe gezeigt, dass der Quartierladen wichtig und der aktuelle Standort optimal sei, sagt Mar­grit Schaller, die im Namen des Quartiervereins die Studie in Auftrag gegeben hat. «Kritisiert wird aber das mangelnde Bio-Angebot im Laden.» Als Idee aufgekommen ist die Gründung einer Genossenschaft, die den Laden betreiben könnte. Diese Variante würde gemäss Schaller zu tragen kommen, sollte Volg keinen neuen Standort im Unterdorf finden. Denn unklar ist zurzeit auch, was mit der Parzelle passiert, die der Gemeinde gehört – genauso wie die angrenzende Parzelle, auf welcher der Kindergarten steht, der aufgehoben werden soll. «Kommt hier dereinst ein Neubau hin, wäre es toll, wenn ein Laden Platz hätte», sagt Schaller. 70 Leute haben Interesse angemeldet, an den Zukunftsplänen mitzuarbeiten. Nun will der Verein eine feste Arbeitsgruppe bilden. «Den Leuten ist der Laden wichtig», so Schaller. «Daher lohnt es sich, Ideen, Arbeitskraft und Geld zu investieren.»

Die aktuelle Verkaufsfläche des Ladens misst 165 Quadratmeter, 5 Mitarbeitende sind dort tätig. Auf Nachfrage hält die Volg Konsumwaren AG fest: «Volg glaubt an diesen Standort und möchte weiterhin mit einem Dorfladen in Unterwindisch vertreten sein.» Für den langfristigen Weiterbetrieb des Volg-Ladens suche man deshalb ein geeignetes Ladenlokal – «sei es am aktuellen Standort an der Dorfstrasse oder an einem anderen verkehrsgünstig gele­genen Standort mit guter Parkplatzsituation», sagt Mediensprecherin Tamara Scheibli. Bezüglich mangelnden Angebots an Bio-Produkten sagt sie: «Grundsätzlich führen wir im Sortiment auch eine Auswahl an Bio-Produkten. Aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse in den Dorfläden ist es aber in den meisten Fällen nicht möglich, das Angebot zusätzlich noch um Bio-Alternativen zu erweitern.» Man überprüfe aber laufend das Sortiment.

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