Stadtratswahl Brugg
Vizeammann Metzler abgewählt: SP sucht die Gründe für die Schlappe

Nach dem Ausscheiden von Vizeammann Andrea Metzler aus dem Stadtrat suchen die Sozialdemokraten nach einer Erklärung.

Janine Müller
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Andrea Metzler.

Andrea Metzler.

Merlin Photography Ltd.;zvg;

Obwohl sie das absolute Mehr von 1439 Stimmen geschafft hat, wurde Andrea Metzler (SP) als Stadträtin und Vizeammann der Stadt Brugg abgewählt. 1967 Stimmen holte sie als Stadträtin und landete auf dem undankbaren sechsten Platz. Nur Stadtrats- und Ammann-Kandidat Richard Fischer machte mit 1244 noch weniger Stimmen als sie.

Nach Bekanntwerden der Wahlresultate hatte Heini Kalt, Co-Präsident der SP Bezirk Brugg, Kontakt mit Andrea Metzler. «Ehrlich gesagt brauchte ich eine gewisse Zeit, um dieses unerwartete Resultat einzuordnen», sagt er einen Tag nach den Wahlen.

Überraschend kam es nicht

Aber: Ganz unerwartet kam dieses Resultat für die SP-Partei-Spitze nicht. «Der Fokus der Wahlen lag auf den Stadtammann-Kandidaten. Dass zwei von ihnen das absolute Mehr erreichen würden, war zu erwarten. Und auch, dass dann ein Amtsinhaber überzählig würde», sagt Heini Kalt. «Dass es für drei Linke in der Brugger Exekutive eng wird, war zu erwarten.»
Die Abwahl von Vizeammann Andrea Metzler sei eine bittere Enttäuschung. Sie sei eine hochverdiente Stadträtin und «ein wichtiges Aushängeschild unserer Partei», wie Heini Kalt in seiner Stellungnahme betont.

Wie es zum grossen Resultate-Unterschied zwischen SP-Stadtrat Willi Däpp (2371 Stimmen) und der abgewählten Andrea Metzler kommen konnte, kann Kalt schlecht abschätzen. «Willi Däpp hat auch schon in der Vergangenheit mehr Unterstützung aus der bürgerlichen Mitte erhalten», meint Heini Kalt und gibt zu bedenken. «Sicherlich hat Andrea Metzler das lächerliche Theater bezüglich Nichtbehandlung ihrer Vorlage im Einwohnerrat geschadet.»

Beim erwähnten Geschäft ging es um die Integration und Aufstockung der Stadtplanerstelle.
Ob ihrem Wahl-Resultat zeigte sich Andrea Metzler am Sonntag enttäuscht. «Sie wird ihre Situation in Ruhe überdenken», sagt Heini Kalt. «Wir werden uns zu einem späteren Zeitpunkt über eine allfällige Kandidatur im März 2018 unterhalten.»

Den Eindruck von aussen, dass die beiden SP-Vertreter in der Stadt Brugg einen eher lauen Wahlkampf führten, will Heini Kalt nicht bestätigen. «So unengagiert war dieser Wahlkampf nicht», meint er. «Aber ja: Wir waren in der Presse zu wenig präsent. Ansonsten waren wir mit Standaktionen und einem Auftritt am Markt eigentlich recht oft auf der Strasse bei den Wählerinnen und Wähler.» Was dem SP-Präsidenten auch zu denken gibt: «Sollte es Barbara Horlacher im zweiten Wahlgang nicht zum Stadtammann reichen, wird die Brugger Exekutive vorerst ein reines Männergremium werden.»

Das Abschneiden der SP bei den Wahlen vom Sonntag will die Partei noch genauer analysieren. Dazu wurde für heute Dienstag eine Vorstandssitzung anberaumt.

In Windisch überzeugt

Immerhin: In Windisch haben die Sozialdemokraten überzeugt. Rosi Magon machte vom Windischer Gemeinderat das beste Resultat und wurde auch als Vizepräsidentin bestätigt. Bruno Graf trat als Ersatz für Christoph Haefeli an und machte das drittbeste Ergebnis. Zudem konnte die SP Windisch mit Judith Zürcher, die mit einem riesigen Vorsprung neu in die Schulpflege gewählt wurde, einen Coup landen. Auch der von der SP portierte Suad Maliqi schaffte auf Anhieb die Wahl in die Schulpflege.

Heini Kalt gibt zu bedenken: «In der Windischer Exekutive war die Ausgangslage eine ganz andere, da nur fünf Kandidaten für fünf Sitze angetreten sind.» Er gibt aber zu: «Die Windischer haben vor allem rund um die Schulpflegewahlen einen sehr engagierten und erfolgreichen Wahlkampf betrieben.» Das werde die SP in die Wahl-Analyse einfliessen lassen.