Brugg
Vintage-Lädeli «Zum Goldenen Zauber» ist vorerst gerettet

Mit dem Altstadt-Laden «Zum Goldenen Zauber» gehts vorläufig weiter. Dafür musste sich Betreiberin Loredana Caponata schweren Herzens von einigem trennen, das ihr lieb war, zum Beispiel ihr Café, das nicht einmal in der Weihnachtszeit genügend Kunden anlocken konnte.

Janine Müller
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«Wenn man etwas loslässt, öffnet sich meistens irgendwo anders eine Tür.»

«Wenn man etwas loslässt, öffnet sich meistens irgendwo anders eine Tür.»

ZVG

Der Vintage-Laden «Zum Goldenen Zauber» mit integriertem Café stand kurz vor dem Aus. Besitzerin Loredana Caponata kam finanziell an den Anschlag, der Laden hatte selbst in der Weihnachtszeit kaum Kundschaft. Der pastellfarbene Traum der 37-jährigen Italienerin schien geplatzt. Einen Ausweg sah sie nur noch im Ausverkauf. 20 Prozent gewährte sie auf alle Produkte.

Jetzt, gut einen Monat später, sieht die Lage rosiger aus. «Den Laden betreibe ich weiter», sagt Loredana Caponata. «Aber ich habe das Café geschlossen. Der Aufwand war zu gross, er hat sich finanziell nicht gelohnt.» Damit ein Café gut laufe, brauche es mehr Platz, meint sie. Ihr schwebten zudem Konzerte und Fotoshootings vor, die im Café hätten stattfinden sollen. «Doch dafür reichte schlicht der Platz nicht», so Loredana Caponata. Zwischen 70 bis 100 Quadratmeter wären nötig, um ihren Traum zu verwirklichen. Es schmerze zwar, das Café loszulassen. Aber sie ergänzt: «Wenn man etwas loslässt, öffnet sich irgendwo anders eine Tür.»

Lädeli nur noch im Parterre

Tatsächlich scheint das Lädeli «Zum Goldenen Zauber» wirtschaftlich die Kurve wieder gekriegt zu haben. Sogar Kunden von Bern und Winterthur reisen an. Vorläufig soll der Laden als Geschenkboutique weiter existieren. Dies allerdings nur noch im Parterre. Die oberen Räumlichkeiten hat Loredana Caponata gekündigt. Sie beschränkt sich nun auf den Verkauf von Vintage-Möbeln und -Kleidern, neue und Secondhand.
Weil die Ladenfläche begrenzt ist, musste sie viele Möbel sofort über Auktionen verkaufen. Für das Café muss jetzt Loredana Caponata nicht mehr stundenlang in der Küche stehen, um Kuchen zu backen. Entsprechend mehr Zeit hat sie jetzt wieder, sich ihrer Leidenschaft – alte Möbel kunstvoll im Vintage-Stil restaurieren – zuzuwenden. Diese verkauft sie dann im Laden. Wie lange sie das Altstadt-Lädeli noch betreiben will, ist offen. Loredana Caponata kann sich auch einen Wegzug vorstellen, sollte sie ein geeigneteres Lokal finden.

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