Königin Agnes lädt zu Tisch, aber dieser deckt sich nicht von allein: Die Besucher, die an einer adeligen Tafel teilnehmen wollen, müssen zuerst an fünf Posten das Festmahl vorbereiten. Dazu gehören etwa Gemüse rüsten oder Trauben stampfen. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, um sich einen Platz an der Tafel der Königin zu verdienen: An der römischen Saftbar können die Besucher ihr Gleichgewicht nach der antiken Viersäftelehre wieder ins Lot bringen lassen.

Wer keine Lust auf Küchendienst für die Königin hat, kann trotzdem im Mittelalter verweilen. Während das Wildschwein auf dem Spiess vor sich hin brutzelt, können die Besucher dem Minnesänger Christoffel von Hengstacker und seinen Geschichten lauschen. Wer anstatt Liebesgeschichten aus dem Mittelalter zu hören lieber selbst in einer vorkommt, kann sich im Bogenschiessen versuchen und vielleicht singen die Minnesänger beim nächsten Vindonissapark-Fest über die Treffsicherheit der Besucher. Eine andere Möglichkeit, bei den Sängern in Erinnerung zu bleiben, ist das Quiz über die mittelalterliche Küche. Wer weiss, vielleicht gibt es bald das eine oder andere Lied, das die Quiz-Champions preist.

Minnesänger Christoffel von Hengstacker

Minnesänger Christoffel von Hengstacker.


Ein paar Schritte zwischen Mittelalter und Antike

Ein paar Schritte weiter und die Besucher haben eine Zeitreise hinter sich: Sie reisen vom Mittelalter direkt in die Antike des römischen Lagerlebens im 1. Jahrhundert. Die Offiziere gewähren den Besuchern einen Einblick in ihre Küche. Die einfachen Legionäre dagegen sind über jede Hand froh, die ihnen beim Mahlen des Mehls und Backen der Legionärsbrötchen hilft. Neben all dem Essen haben die Römer auch einiges an Trinkbarem zu offerieren: Etwa bei der Weindegustation der Vindonissa-Winzer können die grossen Besucher für einmal geniessen, ohne kauen zu müssen.

Um aus dem 1. Jahrhundert zurück in die Gegenwart zu gelangen, müssen die Besucher nur einmal um die Klosterkirche herum zum Markt gehen. «Uns ist nicht nur die Vergangenheit wichtig, sondern auch die Gegenwart. Darum gibt es bei jedem Vindonissapark-Fest einen kleinen Markt», sagt Katharina Müller, Projektleiterin des Vindonissapark-Fests. «Es gibt nur besondere kulinarische Spezialitäten aus der Region.»

Nahe an historischen Quellen

Neben dem Gegenwartsbezug ist den Organisatoren auch wichtig, dass hier nahe an den historischen Quellen gearbeitet wird und jede Epoche ihren eigenen Platz hat. Titus Meier, Präsident des Stiftungsrats Vindonissapark, sagt dazu: «Mit dem Fest wollen wird zeigen, dass hinter der Marke Vindonissapark mehr steckt. Jeder, der von der Autobahn runterfährt, soll etwas mit dem Vindonissapark verbinden können.»