Brugg

Vindonissa Museum schlägt neue Wurzeln

Musiker Frank Powers wird ein Heimspiel haben: Er ist in Brugg aufgewachsen.

Musiker Frank Powers wird ein Heimspiel haben: Er ist in Brugg aufgewachsen.

Unter dem Titel «Roots ’18» wird erstmals ein Festival organisiert mit Reggae- und Popkonzerten sowie Theater.

Die Fussball-Weltmeisterschaft wird zum Treffpunkt der Kulturen. Ein solcher war, vor rund 2000 Jahren, auch das Legionslager Vindonissa. Als Begegnungsort soll es nun neu etabliert werden: Morgen Mittwoch beginnt in Brugg das erste Vindonissa Festival unter dem Titel «Roots ’18».» Rund um das Vindonissa Museum geboten werden Reggae- und Pop-Konzerte sowie ein Stationen-Theater.

«Unser Festival lässt die multikulturelle Seite des Römischen Reichs wieder aufleben», sagt Rahel Göldi, Leiterin des Römerlagers Vindonissa. «Mit dem Festival möchten wir unsere gemeinsamen, verbindenden Wurzeln in der Antike aufzeigen und gleichzeitig neue Wurzeln für die Zukunft schaffen.» Jeder der fünf Festivaltage habe verschiedene Schwerpunkte, die sich an vielfältige Interessen richten. «Erwachsene, Jugendliche sowie Familien werden mit einem vielfältigen und überraschenden Programm dazu verführt, Vindonissa neu zu entdecken.»

Sie rappen in Gebärdensprache

Am Samstag steht als ein Höhepunkt die Reggae-Band Meta and the Cornerstones auf der Open-Air-Bühne. Diese international bekannte Formation sei von Anfang an gesetzt gewesen, erklärt Rahel Göldi. Leadsänger Meta Dia erzähle auf seinem Album «Ancient Power» in verschiedenen Sprachen von den verbindenden Wurzeln – englisch «Roots» – die wir alle in der gemeinsamen Vergangenheit finden könnten. «Eines seiner Lieder gab unserem Festival den Namen.» Anders gesagt: Zu erwarten sei Roots-Reggae vom Feinsten, gepaart mit Soul, Rap sowie Afro- und Latin-Beats. Als Vorgruppe wird die Gruppe Yaep – Young Artists Exchange Project – auftreten: Dabei handelt es sich um Musiker aus der Schweiz und Uganda, die unter anderem in Gebärdensprache rappen.

Ein Heimspiel hat tags darauf Frank Powers. Er ist in Brugg aufgewachsen, hat das Vindonissa Museum schon als Schüler besucht. Mit seinen langjährigen, befreundeten Bandmitgliedern will er für einen emotionalen Live-Auftritt sorgen.

Frank Powers – Blüete

Youtube/frankpowersmusic

Nicht fehlen werden an beiden Konzerttagen kulinarische Leckerbissen: Schweizer Köstlichkeiten vom Grill, vegetarisch-tamilische Küche aus Indien und Sri Lanka, orientalische Spezialitäten vom Balkan sowie das senegalesische Nationalgericht Thieboudienne.

Vor den Open-Air-Tagen kommen ab morgen Mittwoch bis zum Freitag die Theaterliebhaber auf ihre Kosten, aufgeführt wird «Der Brennnessel ganz nah ist oft die Rose». Das Stationen-Theater spielt humorvoll mit dem erotischen Ratgeber des römischen Dichters Ovid. «Das Stück schafft auf sehr eindrückliche Weise eine unmittelbare Begegnung von Antike und Gegenwart», versichert Rahel Göldi.

Es könnte Hühnerhaut geben

Zurück zur Fussball-WM: Das Datum des Vindonissa Festivals sei zwar unabhängig von dieser ausgewählt worden. Gleichzeitig werde der Grossanlass mit der Serie von öffentlichen Führungen zum Thema «Und Rom ist doch dabei!» mit eingebunden, sagt Rahel Göldi. Mit der «Vereinigung Arena Brugg», die für das Public Viewing beim gegenüberliegenden Eisi verantwortlich zeichnet, bestehe ein enger Kontakt. «Beide bereichern ihr jeweiliges Angebot mit demjenigen des anderen.»

Wie sich das Vindonissa Festival künftig entwickelt, ob es jährlich durchgeführt wird, hängt laut der Römerlager-Leiterin vor allem auch von den Wünschen des Publikums ab. Dass es mit den anderen, regelmässigen und bekannten Angeboten – beispielsweise dem beliebten Römertag – zu einer Übersättigung kommen könnte, glaubt sie nicht, denn: «Konzept und Programm sind völlig anders. Während der Ansatz beim Legionärspfad oder auch beim Römertag in der authentisch-römischen Geschichtsdarstellung liegt, setzen wir beim Vindonissa Festival gezielt auf die Verbindung von Antike und Gegenwart. Gezeigt werden moderne und überraschende Ausdrucksformen, die den multikulturellen Geist des Römischen Reichs wieder aufleben lassen. Dazu gehört ebenfalls das unkonventionelle und vielfältige Essensangebot am Vindonissa Festival.» Persönlich freut sie sich besonders auf ein «hoffentlich» buntes Publikum und darauf, den verbindenden Geist Vindonissas wieder aufleben zu lassen. «Wenn uns das gelingt, dann könnte es so richtig Hühnerhaut geben», fügt sie mit einem Lachen an.

Vindonisssa Festival vom 13. bis 17. Juni rund um das Vindonissa Museum in Brugg; Mittwoch, 13. Juni, bis Freitag, 15. Juni, 17.45 Uhr: Stationen-Theater «Der Brennnessel ganz nah ist oft die Rose»; Samstag, 16. Juni: Meta and the Cornerstones; Yaep – Young Artists Exchange Project; Konzertbeginn 19 Uhr, Türöffnung 17 Uhr; Sonntag, 17. Juni, 17 Uhr: Frank Powers; ab 10 Uhr Rahmenprogramm für Familien – unter anderem Wandmalerei, Graffiti und Figurentheater; weitere Informationen und Vorverkauf auf www.vindonissafestival.ch.

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