Vor knapp vier Monaten haben die Mitglieder der Regionalkonferenz Jura Ost der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) das Areal JO-3+ in Villigen aus sechs Vorschlägen als bestgeeigneten Standort für eine allfällige Oberflächenanlage empfohlen.

Nun sind weitere Puzzleteile im jahrzehntelangen Prozess auf der Suche nach einem möglichen Standort für ein Atommüll-Tiefenlager dazu gekommen: Die Nagra hat an der
9. Regionalkonferenz Jura Ost am Donnerstagabend in Laufenburg ihre Planungsstudien für das Areal JO-3+ vorgestellt. Dabei handelt es sich genau genommen um drei Studien.

Egal, ob es sich um ein Lager für hochaktiven oder schwach- und mittelaktiven Atommüll oder ein Kombi-Lager handelt, das Areal in Villigen bleibt für alle drei Lagerarten im Rennen und wird daher genauer geprüft.

Kaum Widerstand gegen Atomendlager in Villigen

Kaum Widerstand gegen Atomendlager in Villigen

Der Standort nahe des Paul-Scherrer-Instituts (PSI) in Villigen gilt gemäss Nagra als derjenige «mit den meisten Vorteilen beziehungsweise wenigsten Nachteilen».

Das Areal werde heute mehrheitlich landwirtschaftlich genutzt und liege neben der Kantonsstrasse. Die 69 Anwesenden an der Regionalkonferenz haben die Studien zur Kenntnis genommen.

Fachgruppe Söw am Zug

Innerhalb der Regionalkonferenz Jura Ost ist nun die Fachgruppe Söw, die sich mit den sozioökonomischen-ökologischen Auswirkungen eines Tiefenlagers beschäftigt, am Werk.

Bereits im April formulierte die Fachgruppe ihre Zusatzfragen für die Region Jura Ost. Von der Möglichkeit, weitere Themen zur vertieften Bearbeitung durch externe Gutachter einzubringen, machte ein Mitglied Gebrauch.

Neu sollen auch die Auswirkungen eines Tiefenlagers auf das Gebiet Wasserschloss geklärt werden. Die Konferenz stimmte der Aufnahme dieser Söw-Zusatzfragen diskussionslos zu.

Naturpark und Tiefenlager

Sobald das Bundesamt für Energie grünes Licht gibt, kann die Regionalkonferenz externe Gutachten in Auftrag geben. Die Beantwortung gewisser Fragen, welche mehrere Regionen betreffen, werden koordiniert.

Das heisst konkret: Das Thema nach der Vereinbarkeit von Naturpark und Tiefenlager wird von der Regionalkonferenz Jura Ost betreut, weil ein Grossteil des Juraparks Aargau in diesem Perimeter liegt.

Läuft alles nach Plan, erstellt Jura Ost ein Pflichtenheft. Das Gutachten ist dann auch für das Standortgebiet Südranden von Bedeutung, weil dort die Entstehung eines neuen Regionalen Naturparks in Abklärung ist.

Informationsveranstaltung für die Bevölkerung der Standortregion am Samstag, 19. Oktober von 10 - 14 Uhr in der Trotte, Villigen.