Brugg/Windisch

Viertklässler zeigen, wie man Strom sparen kann

Die Schüler des Stapferschulhauses präsentierten am Weltumwelttag ihr Projekt

Die Schüler des Stapferschulhauses präsentierten am Weltumwelttag ihr Projekt

Kann man mit Zehnjährigen bereits komplexe Themen wie erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit thematisieren? Ja, man kann. Am Weltumwelttag zeigten Viertklässler vom Schulhaus Stapfer in Brugg, wie sie sich für dieses Thema begeistern lassen.

 Sie erklärten den Besuchern des «Filme für die Erde»-Festivals an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) begeistert, was sie in den vergangenen fünf Monaten gelernt haben.

«Im Januar haben wir uns zuerst mit dem Begriff Nachhaltigkeit auseinander gesetzt», erzählten die beiden Jungs, Jannick und Nehemia. Bei einem «Modellspiel» haben sie erfahren, wie ein gesunder Fischbestand nach ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlich sozialen Kriterien zu pflegen ist. Mit einem Besuch des Naturamas in Aarau und der Ermittlung des ökologischen Fussabdrucks wurde der erste Teil abgeschlossen.

Jannick zeigt wie ein idealer Haushalt für zwei Personen mit Energie versorgt wird.

Jannick zeigt wie ein idealer Haushalt für zwei Personen mit Energie versorgt wird.

Woher kommt der Strom?

Dann wurde es konkret. Die Brugger Schüler beschäftigten sich mit ihrer Stadt, führten mit dem Stadtammann und Menschen, die in Brugg arbeiten und leben, Interviews. Ihr übergeordnetes Ziel, mit dem sie sich fortan beschäftigen wollten, lautete: «Die Gemeinde Brugg soll mit mehr erneuerbarer Energie versorgt werden.» Doch von wo beziehen wir unsere Energie? In Gruppen beschäftigten sich die 27 Schüler mit verschiedenen Arten der Energiegewinnung wie Geothermie, Solarenergie oder Wasserkraft.

Die Stiftung Praktischer Umweltunterricht Schweiz bot während drei Lektionen eine Einführung zum Thema Energie. Die Industriellen Betriebe der Stadt traten im Rahmen ihres Jubiläums «100 Jahre Gasversorgung» als Kooperationspartner auf und öffneten den Schülern zahlreiche Türen. Besuche beim Flusskraftwerk Beznau, bei der Biogas-Anlage in Windisch und die Auseinandersetzung mit Solarzellen im Labor des Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg veranschaulichten das theoretische Grundwissen.

Stromspartipps gesammelt

In einem weiteren Schritt stand die Suche nach einer konkreten Massnahme, die Klasse ohne grossen finanziellen Aufwand umsetzen konnte, im Zentrum. Drei Vorschläge standen zur Diskussion: Strampelvelos zur Energiegewinnung, ein Flyer mit Stromspartipps oder ein «Kein Strom Versuchstag».

Ein E-Tool der Pädagogischen Hochschule FHNW überprüfte die drei Vorschläge auf die Kriterien der Nachhaltigkeit und machte deutlich, dass ein Flyer mit Stromspartipps diesen Anspruch am besten erfüllt. Bei der Umsetzung konnten die jungen Umweltexperten die Kreativität walten lassen. Sie sammelten bei Nachbarn, Freunden und Eltern Tipps und teilten diese in die Bereiche Freizeit, Haushalt und Geräte, Konsum, Körperpflege, Wohnen/Heizen und Mobilität ein. Entstanden ist ein bunter Flyer mit dem Hinweis: «Strom, der eingespart wird, muss nicht erst produziert werden. Lesen Sie deshalb unsere gesammelten Stromspartipps aufmerksam.»

Etwas für die Gesellschaft tun

Mit der Präsentation am Filmfestival Windisch wurde das Projekt, bei dem ein bereits erarbeitetes Unterrichtskonzept der Pädagogischen Hochschule FHNW im Rahmen eines Forschungsprojekts erprobt wurde, abgeschlossen. Ziel beim Service-Learning mit dem Fokus Nachhaltigkeit (SeLeN) ist, das gesellschaftliche Engagement von Kindern und Jugendlichen zu tatsächlich vorhandenen Problemen fest im Schulalltag zu verankern und mit dem Unterricht zu verbinden. «Man kann nicht früh genug beginnen, die Kinder für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren», bilanzierte Klassenlehrerin Barbara Gabathuler.

Meistgesehen

Artboard 1