Theatergruppe Birr
«Vier Fraue für min Scheff» ist das 33. Stück innert 31 Jahren

Die Theatergruppe Birr hat mit einer turbulenten Beziehungskomödie geglänzt und hat eine beeindruckende Inszenierungsfrequenz: In 31 Jahren wurde das 33. Stück aufgeführt.

Max Weyermann
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Theatergruppe Birr
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Die Saubermanns (2. und 3. von rechts) werden bei ihrem Besuch mit der Noch-Gattin und den drei angeblichen Frauen von Reto Feurer konfrontiert.
Reto Feurer nimmt seinen Chef Nathan Saubermann am Kragen, weil dieser ein Verhältnis mit seiner Frau Helena hatte

Theatergruppe Birr

Aargauer Zeitung

«Reto, jetzt ist Schluss, ich lasse mich von dir scheiden. Ich bin hundertprozentig sicher, dass du mich mit Nachbarin Susanne Heinisch betrügst. Du wirst von meinem Anwalt hören!» «Helena, ich bin dir immer treu gewesen. Und jetzt das – alles nur wegen deiner Eifersucht!» – Das sind zentrale Sätze des Ehepaars Feurer in Harry Sturzeneggers Zweiakter-Schwank. Die Theatergruppe Birr hat dieses Stück, bei dem ein heiteres Beziehungs-Durcheinander resultiert, innert neun Tagen sechsmal aufgeführt und damit einen grossen Erfolg gelandet.

Im Mittelpunkt der turbulenten Handlung steht Reto Feurer (Beat Landis), der nach halbjähriger Arbeitslosigkeit einen neuen Job als Leiter einer Kabelkonfektionsabteilung gefunden hat. Der jüngeren Nachbarin Susanne Heinisch (Katharina Gubler) hilft er ab und zu, so etwa, wenn es in deren Haushalt etwas zu reparieren gibt. Ehefrau Helena Feurer (Helena Schwegler) glaubt, eindeutige Beweise für die Untreue ihres Mannes zu haben, obwohl Freundin Brigit Süess (Barbara Richner) ihr den Verdacht auszureden versucht.

Für Verwirrung ist gesorgt

Nach dem Auszug von Helena kommt Unternehmer Nathan Saubermann (Kari Pichler) mit seiner Gattin Annabelle (Bernadette Röösli) zu Besuch. Da er als Mitglied einer Sekte hohe Moralansprüche vertritt und zum Beispiel keine geschiedenen oder im Konkubinat lebenden Mitarbeiter duldet, benötigt Reto Feurer an diesem Abend dringend eine Ersatzfrau. Diese Rolle übernimmt vorab sein Freund Traugott Dünki (Daniel Fröhlicher), und wegen Missverständnissen geben sich daraufhin auch Susanne Heinisch und Brigit Süess als Gattinnen aus, was für grosse Verwirrung sorgt.

Zum Schluss löst sich alles in Minne auf, nur Nathan Saubermann muss wegen seiner ausserehelichen Beziehung zu Helena Feurer über die Klinge springen, wird er doch von seiner Frau, welche Besitzerin der Firma ist, in die Wüste geschickt. Reto Feurer aber erhält das Angebot, die von ihm geleitete Abteilung zu erwerben. Freund Traugott Dünki soll Teilhaber werden, und darüber hinaus verlobt er sich mit Susanne Heinisch, in die er sich auf den ersten Blick verliebt hat.

Ausgezeichnete Besetzung

Unter der Leitung von Kurt Wächter, der bei der Theatergruppe Birr seit neun Jahren Regie führt, boten die Akteure in ihren ausgezeichnet besetzten Rollen einen vergnüglichen Abend und erhielten vom Publikum immer wieder Szenenapplaus. Wächter: «Wir sind über die Leistung der aus der weiteren Region stammenden Darsteller im inzwischen 33. Stück innert 31 Jahren und über die erreichte Besucherzahl höchst erfreut. Zu den sechs Aufführungen konnten wir insgesamt gegen 900 Zuschauer begrüssen.

Nun folgt eine Pause bis zum nächsten Sommer, dann starten wir in die Vorbereitung des nächsten Lustspiels, wofür wir wohl wiederum etwas mehr als zwei Dutzend Proben benötigen werden.» Hat der Regisseur noch ein spezielles Anliegen? Die Antwort lässt nicht auf sich warten: «Die Blutauffrischung mit einigen jüngeren Bühnenakteuren wüssten wir sehr zu schätzen, denn dies würde uns bei der Stückauswahl eine grössere Auswahl ermöglichen.»

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