Brugg
Vier Bands qualifizieren sich für einen Auftritt am Stadtfest

Im «Dampfschiff» kämpften sieben Bands um einen Startplatz am Stadtfest – die Auswahl fiel der Jury nicht leicht. Doch am Schluss standen die vier Gewinner fest: Nick Mellow, Dinner 4/5, Phraze Ablaze und Glory werden am Stadtfest spielen.

Philippe Neidhart
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Die Rapper von Phraze Ablaze haben die Jury und das Publikum im Dampfschiff überzeugt. PHN

Die Rapper von Phraze Ablaze haben die Jury und das Publikum im Dampfschiff überzeugt. PHN

Funkiger Bass, frische Rhythmen und jazzige Melodiebögen von Piano und Gitarre erfüllen den Saal des Kulturklubs Dampfschiff. Samole nennt sich die 5-köpfige Nachwuchsband, die den «Bandcontest@Stadtfest Brugg 2013» eröffnet und die Messlatte gleich ziemlich hoch legt. Beeindruckend ist allem voran die kräftige Stimme der Sängerin. Auch wenn nicht immer alles im Takt war – diese Musiker müssen zu den Gewinnern gehören. Das wird man an diesem Abend jedoch noch einige Male denken.

Die vier Gewinner

Vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 findet in Brugg das Stadtfest statt, die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. So auch für die «Dampfschiff»-Bühne, die während der vier Tage jungen Künstlern aus der Region eine Plattform bieten wird. An diesem Wochenende hatten diverse Bands die Möglichkeit, sich am «Bandcontest@Stadtfest Brugg 2013» eine der begehrten Auftrittsmöglichkeiten zu erspielen. Rund 20 Bands hatten sich beworben, sieben durften sich schliesslich der Herausforderung stellen. In gerade einmal 20 Minuten mussten sie die Jury und das Publikum von ihrem Können überzeugen. Das Niveau war durchgehend hoch und die Auswahl fiel der Jury alles andere als leicht. Kurz nach ein Uhr morgens stand die Entscheidung dann fest: Als Erstes konnte sich Singer-Songwriter Nick Mellow mit seiner Band einen Bühnenplatz ergattern. Auch die jungen Jazzer von Dinner 4/5 werden sich am Stadtfest präsentieren dürfen. Dritter im Bunde sind Phraze Ablaze, die mit ihrem Auftritt die Jury vom «Dampfschiff» und «Piccadilly» überzeugten. Ebenfalls glücklich schätzen dürfen sich die Jungs von Glory, denn auch sie hatten die Stimmen der Jury auf ihrer Seite. (PHN)

Ein Dinner der speziellen Art

Die Rauchmaschine stösst kleine Wölkchen in die Luft, als Dinner 4/5 mit ihrem Set beginnen. Pianosoli wechseln sich mit funkigen Bläser-Einlagen ab, untermalt von Dominique Williams jazzig-sanfter Stimme. Um ein Haar werden sie zu früh in die Umbaupause geschickt, melden sich mit einem reggaelastigen Song zurück und beenden ihren Auftritt mit einem Klezmer: funky, dann balladesk und wieder mit viel Tempo zum Schluss. Eines gleich vorweg: Aus rein musikalischer Sicht war Dinner 4/5 die überragendste Band des Abends.

Nun wird es ruhiger: «Ich bin Nick Mellow, das ist meine Band – es macht Spass mit euch», sagt der Singer-Songwriter zu Beginn, ohne die leiseste Regung von Emotion im Gesicht. Das Rezept ist schnell erklärt: Ein wenig Retro, Kopfstimmengesang und simple Bass-Lines, gepaart mit eingängig-poppigen Melodien. Musik fürs Radio und verregnete Sonntage.

Queen und Wunderkerzen

Sodann steht wieder ein bekanntes Gesicht auf der Bühne – der Gitarrist von Samole tanzt auf zwei Hochzeiten. Sleepy Coffee nennt sich die Band, wieder mit einer Frau am Mikrofon. Auch hier geht es ruhig zu und her – jazzige Melodiebögen werden unter dem Deckmäntelchen des Rocks massentauglich gemacht, was nicht immer zu funktionieren scheint. Virtuose Gitarrenparts gehen teilweise unter, doch dem Publikum gefällts: Sleepy Coffee konnte ihre Fanbase eindeutig mobilisieren. Dann hiess es bereits zum 4. Mal an diesem Abend: Umbaupause.

Was würde geschehen, wenn Queen und Muse gleichzeitig auf der Bühne stehen? Glory. Mehrstimmiger Gesang, rasante Pianoparts – zwar nicht immer ganz sauber gespielt, doch Spass wird hier gross geschrieben. Mit einer ausgeflippten Show, die bis anhin überzeugendste Bühnenpräsenz – einfach irgendwie anders. Sänger Alain Krähenbühls Ähnlichkeit zu SRF-Moderator Roman Kilchsperger tut sein Übriges, das Publikum ist überzeugt und bedankt sich mit tosendem Applaus. Natürlich durfte auch eine gehörige Portion Hip-Hop nicht fehlen an diesem Abend. 4 MCs und ein DJ – das sind Phraze Ablaze. Sie nehmen den von Glory vorgegebenen Schwung gleich mit: eine – man kann es nicht anders ausdrücken – krasse Bühnenpräsenz der vier Jungs am Mikrofon. Die Inspiration für die Texte holen sie sich direkt aus dem Leben, gewürzt mit einer Prise Selbstbeweihräucherung, wie es sich gehört. Auffallend hier ist das vermehrt weibliche Publikum in den ersten Reihen.

Hartes Finale

Dann ein Stilbruch: Die Reihen haben sich langsam aber sicher gelichtet, die Uhr zeigt schon nach Mitternacht. Der Altersdurchschnitt im Publikum liegt geschätzte 15 Jahre höher als noch zu Beginn des Abends. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn die Punkrocker von Burnout stehen schon 18 Jahre zusammen auf der Bühne. Mit viel Power, zweistimmigem Gesang und dreckig-verzerrten Gitarren bringen sie die Gäste noch ein letztes Mal zum Abtanzen.