Coronakrise

Vielen Beizen machen die reduzierten Sitzplätze zu schaffen: Zusätzliche Fläche ist gefragt

Martina Wächter (l.) und Maya Rey vom Café Stadtklatsch warten auf Antwort von der Stadt Brugg.Bild: cm

Martina Wächter (l.) und Maya Rey vom Café Stadtklatsch warten auf Antwort von der Stadt Brugg.Bild: cm

Mit reduzierten Tischen ist es für viele Betriebe schwierig, das Lokal kostendeckend zu betreiben. Anträge um temporäre Vergrösserung im Aussenbereich will die Stadt Brugg noch vor dem Wochenende behandeln.

Im Brugger Café Stadtklatsch sitzen am Donnerstagmorgen nur zwei Männer. An den langen Holztischen, an denen sich vor der Coronakrise oft acht bis zehn Gäste versammelten, sind gemäss den Schutzmassnahmen des Bundesamts für Gesundheit noch vier Sitzplätze vorgesehen. Mit diesen Einschränkungen ist es kaum möglich, das Lokal kostendeckend zu betreiben. Das ist auch Melanie Blättler, Martina Wächter und Maya Rey klar.

Als sie das Café Stadtklatsch letztes Jahr eröffneten, hätte sich niemand nur im Geringsten vorstellen können, dass der erste Jahrestag Anfang April aufgrund des Lockdowns ohne Gäste gefeiert werden muss. Seit Dienstag steht das Lokal an der Schulthess-Allee wieder offen.

Grössere Gartenwirtschaft um den Brunnen herum

Für die drei Frauen steht fest, dass das «Stadtklatsch» ohne zusätzliche Fläche auf dem Vorplatz nicht rentabel betrieben werden kann. Deshalb suchte Maya Rey bereits letzte Woche den Kontakt zur Stadt, um über die mögliche Ausdehnung der Gartenwirtschaft zu sprechen und einen entsprechenden Antrag an den Stadtrat einzureichen. Ideal wäre es, Tische und Stühle um den ganzen Brunnen herum aufstellen zu dürfen.

Tage zuvor wurde bekannt, dass die FDP-Stadtparteien in Baden und Aarau forderten, dem Gewerbe den öffentlichen Raum unkompliziert und günstig zur Verfügung zu stellen. Und wer in der Stadt Lenzburg öffentlichen Grund nutzt, muss dieses Jahr keine Gebühren zahlen und bekommt – wo möglich – zusätzliche Nutzfläche.

Das Vorgehen in anderen Aargauer Städten hat Maya Rey vom «Stadtklatsch» veranlasst, am Montag bei der Stadt Brugg einen Antrag für Mietzinserlass für Aussenflächen für Gastro und Gewerbe zu deponieren. FDP-Einwohnerrat Titus Meier verfasste dazu ein entsprechendes Postulat. Er beantragt: «Um das Brugger Gewerbe in der schwierigen Zeit zu unterstützen, soll für das laufende Jahr auf die Erhebung von Gebühren verzichtet und sollen Gesuche um Ausweitung der Fläche grosszügig bewilligt werden.»

Maya Rey zeigte sich gestern Morgen optimistisch: «Ich bin zuversichtlich, dass uns die Stadt unterstützen wird. Wir haben zwar noch keine Antwort, aber positive Signale.» Ein Signal der Stadt wünschte sich auch Präsident Dietrich Berger vom Gewerbeverein Zentrum Brugg: «Sie sollte jetzt dringend Flexibilität zeigen, damit das Gewerbe die Fläche im Aussenraum unkompliziert nutzen kann.»

Der Stadtrat erlässt die Gebühren bis Ende Oktober

Auf Nachfrage der AZ teilte der Stadtrat Brugg gestern Nachmittag mit: «Als Zeichen der Wertschätzung und der Unterstützung des lokalen Gewerbes können Gesuche um Vergrösserung des Aussenbereichs unbürokratisch bei der Abteilung Planung und Bau eingereicht werden.» Diese prüfe das Anliegen zusammen mit der Regionalpolizei und erteile zeitnah eine Bewilligung. A

ktuell liegen der Stadt vier Gesuche von Gastrobetrieben vor. Anträge um temporäre Vergrösserung des Aussenbereichs würden vor dem Wochenende bewilligt, soweit eine solche Bewilligung unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse, der Sicherheit und der Interessen der Nachbarschaft zulässig sei. Zudem erlässt der Stadtrat dem lokalen Gewerbe grundsätzlich die Gebühren für die kommerzielle Nutzung des öffentlichen Grundes. Und zwar rückwirkend ab 1.März bis Ende Oktober 2020.

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