Temporeich und witzig ist das Theater Bözen diesmal ins neue Jahr gestartet. Aufgeführt wurde die Farce «Rente gut – alles gut», ein Zweiakter. Kurt Bachmann (Sven Heuberger) hat vor zwei Jahren seinen Job verloren. Anstatt seiner Frau Nelly (Jasmin Liebhardt) seine Arbeitslosigkeit mitzuteilen, hat er mehrere Untermieter erfunden. Er lebt nun vom Sozialamt, und das ziemlich gut. Über 150 000 Franken pro Jahr «verdient» er mit Unterstützungsleistungen.

Als der Beamte Abächerli (Martin Heuberger) vor der Türe steht, droht Kurt Bachmanns Lügengebilde einzustürzen. Er bezieht im Namen seiner Untermieter Renten, Mietzinszuschüsse, Kleinkindererziehungsbeiträge und Taggelder. Benni Appenzeller (Sven Kistler), der einzige echte Untermieter von Bachmann, ist mit seinem Mietzins im Rückstand und hilft seinem Vermieter deshalb gezwungenermassen, die erfundenen Personen zu spielen, um Abächerli zu täuschen.

Tollpatschiger Onkel Otti

«Rente gut – alles gut» ist ein schnelles Stück mit vielen Slapstick-Einlagen. Nicht immer gelingt es dem Publikum, den Überblick über die verschiedenen Personen zu behalten, da diese ihre Namen dauernd wechseln und verwechselt werden. Dem Vergnügen tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil: In Bözen konnte diesmal von Anfang bis Ende gelacht werden. Für besondere Heiterkeit sorgte unter anderem der tollpatschige Onkel Otti (Peter Amsler).

Weitere Verwirrung brachten Sozialarbeiterin Erika Wyss (Regina Schlienger), Eheberaterin Emanuelle Trost (Vreni Liebhardt), Herr Graber vom Bestattungsinstitut (Diego Baumann) und «Frau» Zöbeli-Marthaler (Michael Winter).

«Was auf der Bühne so leicht aussieht, hat sehr viel Übung und Aufwand gebraucht», so Regisseur Stefan Rüthi, der mit seinen Spielern nach dem eher ernsten Stück «Nur kei Blueme» (2016) und dem Krimi «Ladykillers» (2017) etwas ganz anders einstudieren wollte.

Seit 40 Jahren auf der Bühne

Vor genau 40 Jahren stand Vreni Liebhardt zum ersten Mal auf den Bözer Theaterbrettern und war seither, bis auf wenige Unterbrüche, jedes Mal mit dabei. Sie sagt: «Meine erste Rolle war ein junges Mädchen; das Stück hiess ‹10 Täg Gratisferie›.» Ihr gefalle am Theater, dass es wie eine eigene Welt ist, und die Zusammengehörigkeit der Theaterfamilie, die sich während der Proben ergibt. Regisseur Stefan Rüthi über seine routinierteste Spielerin: «Vreni kann einfach jede Rolle spielen.»

Neu ist in Bözen nicht nur der Wechsel vom Dreiakter zum Zweiakter, sondern auch die Bar im Untergeschoss, die der Turnverein in Eigenregie neu gebaut hat und die bei den Besuchern auf viel Begeisterung stiess.

Weitere Aufführungen Am 5./6. und 13. Januar, 20 Uhr, Turnhalle Bözen.