Brugg
Viel besser als die Faust im Sack zu machen

Regierungsrat Urs Hofmann sucht das Gespräch und besucht die Gruppe Brugg.

Michael Hunziker
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Blick in die Produktionshalle der Brugg Cables
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Urs Hofmann ist ein interessierter Zuhörer
Urs Hofmann (Mitte) mit Markus Rudin, Leiter Amt für Migration und Integration, sowie Annelise Alig, Leiterin Aargau Services Standortförderung
Eindrücklich ist der Rundgang durch die Produktionshalle
Unternehmensbesuch Brugg
Regierungsrat Urs Hofmann im angeregten Gespräch mit Verwaltungsratspräsident Otto H Suhner

Blick in die Produktionshalle der Brugg Cables

Michael Hunziker

Urs Hofmann ist ein aufmerksamer und neugieriger, offener und unkomplizierter Gast. Gestern Montagnachmittag hat der Regierungsrat zusammen mit einer Delegation seines Departements der Gruppe Brugg einen Besuch abgestattet und bei einem Rundgang einen Blick in die Kabel-Produktion geworfen. Dieser Termin, sagte Hofmann, sei eine gute Gelegenheit, auf eine einfache Art in Kontakt zu kommen und Probleme direkt anzusprechen – anstatt sich zu ärgern und die Faust im Sack zu machen.

Zu kämpfen, zeigte sich nach der kurzen Vorstellung des weltweit tätigen Unternehmens, hat die Gruppe Brugg nicht nur mit dem wachsenden Preisdruck, sondern auch mit der zunehmenden Bürokratie. Als konkretes Beispiel nannte CEO Urs Schnell die grenzüberschreitenden Dienstleistungen wie Montagearbeiten. Er erwähnte die Bewilligungen, die Gebühren und – sollte es einmal zu einer Veränderung wie einer Verzögerung im Terminplan auf einer Baustelle kommen – die drohenden Bussen. Regierungsrat Hofmann zeigte zwar Verständnis für die schwierige Situation. Allerdings, fügte er an, handle es sich um strikte Vorgaben aus Bern, die umgesetzt werden müssten. «In diesem Bereich sind uns die Hände gebunden.»

Einsatz für KV-Standort erwartet

Ein weiteres Anliegen ist der Gruppe Brugg die Verkehrsanbindung. Denn immer wieder werde die Zu- und Wegfahrt infrage gestellt. Hofmann verwies auf das Projekt «Ostaargauer Strassenentwicklung» – kurz «Oase». Bei der derzeit laufenden Anhörung für die Richtplananpassungen würden Korridore aufgezeigt, in denen eine künftige Strassenlinienführung liegen kann. Es sei wichtig, sich frühzeitig einzubringen und zu Wort zu melden, damit später nicht Einschränkungen in Kauf genommen werden müssten, betonte der Regierungsrat. Daniel Moser, Stadtammann in Brugg, sowie Heidi Ammon, Gemeindeammann in Windisch, hielten übereinstimmend fest, dass die Entwicklungsmöglichkeiten für das Unternehmen gewährleistet bleiben sollen.

Apropos einbringen: Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner erwartet vom Regierungsrat, dass er sich für die KV-Schule in Brugg einsetzt. Diese ist eingemietet im Gebäude der Gruppe Brugg an der Industriestrasse. Die Räumlichkeiten würden der Schule zu Vorzugskonditionen zur Verfügung gestellt – nicht, um Geld zu verdienen, sondern weil sie sich unmittelbar beim Bahnhof befinden, sagte Suhner. Dieser Standort müsse erhalten bleiben. «Wir werden uns mit allen Mitteln wehren.»

Tower würde Region guttun

«Wir sind uns gewohnt, dass wir stets für unsere Anliegen kämpfen müssen», fuhr der Verwaltungsratspräsident fort und nannte die Stichworte Bezirksspital oder Rekrutierungszentrum. Regierungsrat Hofmann hielt dagegen und verwies auf die Fachhochschule Nordwestschweiz – eine Erfolgsgeschichte. «Die Region hat an Attraktivität gewonnen.»

Er hoffe, ergänzte Hofmann, dass die Chance gepackt werde, sich weiterhin positiv zu positionieren. Ein Projekt, das Brugg-Windisch guttun würde, sei die Realisierung des Towers, des 15-geschossigen Hochhauses der Gruppe Brugg beim Fachhochschul-Campus, äusserte sich der Regierungsrat überzeugt. Noch in diesem Jahr, versprach Suhner, sollen dazu wichtige Entscheidungen gefällt werden.

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