Bundesgericht
Verwahrter Brugger Sekretärin-Mörder erhält keinen begleiteten Urlaub

Einem seit 1991 verurteilten und seit 2005 verwahrten Mörder wird kein begleiteter Ausgang gewährt. Das Bundesgericht wies eine Beschwerde des Mannes gegen einen Entscheid der Aargauer Behörden ab.

Nadja Rohner
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Der heute 47-Jährige gilt noch immer als «weithin gemeingefährlich» und erhält keinen begleiteten Urlaub. (Symbolbild)

Der heute 47-Jährige gilt noch immer als «weithin gemeingefährlich» und erhält keinen begleiteten Urlaub. (Symbolbild)

Keystone

Der heute 47-jährige Mann hatte 1989 in Brugg in den Büros seines früheren Arbeitgebers einen Einbruchdiebstahl verübt und dabei die 61-jährige Chefsekretärin auf brutale Art und Weise umgebracht. Zudem hatte er sich bereits 1988 wegen sexueller Gewalt strafbar gemacht.

Das Bezirksgericht Brugg verurteilte ihn 1991 unter anderem wegen Mordes, Körperverletzung, Diebstahl, Raub sowie Sexualdelikten zu 16 Jahren Zuchthaus. Zudem wurde eine ambulante psychiatrische Behandlung angeordnet.

Grausame Tat

Es war eine grausige Entdeckung, die der Chef eines Brugger Architekturbüros an einem Sonntagnachmittag im September 1989 machte. Er fand seine Chefsekretärin tot und halb verbrannt im ersten Stock des Firmengebäudes.

Schnell fand die Polizei heraus, was passiert war: Ein ehemaliger Lehrling, ein 20-jähriger Tiefbauzeichner aus Birr, hatte nach seinem Austritt aus der Firma Anfang Jahr den Büroschlüssel nicht zurückgegeben.

An jenem Wochenende betrat er damit am Samstagnachmittag das Büro, um seinen ehemaligen Arbeitgeber zu beklauen, wie er es schon mal getan hatte. Als er zu seiner Überraschung die Chefsekretärin dort antraf, wie sie gerade an der Schreibmaschine arbeitete, bedrohte er sie mit einer Schere und verlangte Geld.

Über eine Stunde lang spielten sich zwischen Täter und Opfer „abwechselnd Diskussion und Kampf“ statt, wie der damalige Kriminalpolizeichef später sagte. Dabei stach der Täter seinem Opfer immer wieder in Hals und Bauch. Als die Frau schliesslich zu fliehen versuchte, erstach sie der frühere Lehrling.

Danach strangulierte er sie noch, obwohl sie schon tot war. Er verging sich zudem an der Leiche, übergoss sie mit Spiritus und zündete sie an.

Der Täter floh mit 1500 Franken, der Tatwaffe und der Handtasche des Opfers. Weit kam er nicht – schon am Sonntagabend verhaftete die Polizei den wegen Nötigung und unzüchtigen Handlungen aktenkundigen jungen Mann, er legte wenig später ein Geständnis ab.

Zwei Jahre später verurteilte ihn das Bezirksgericht Brugg unter anderem wegen Mordes und Raub zu 16 Jahren Zuchthaus. Zusätzlich ordnete es eine ambulante Behandlung an. Im Jahr 2005 liess das Bezirksgericht den Täter verwahren, das Obergericht beschloss 2008 die Weiterführung.

Eine Fachkommission beurteilte den Täter 2010 und 2012 weiterhin als gemeingefährlich, ein forensisches Gutachten aus dem Jahr 2011 bestätigte die Diagnose der schweren schizoiden Persönlichkeitsstörung.

2012 ersuchte der heute 47-Jährige um eine Bewilligung für „begleitete Beziehungsurlaube“ à 8 Stunden. Dieses wurde von sämtlichen Aargauer Instanzen abgelehnt, ebenso einen erneuten Antrag 2014 auf 5 Stunden begleiteten Ausgang.

Damit gelangte der Täter ans Bundesgericht. Er argumentierte, ihm sei bereits Sachurlaub für zwingende Besorgungen ausserhalb des Gefängnisses gewährt worden, da sei er „trotz Möglichkeiten und obwohl er unter Druck gestanden sei“, nicht rückfällig geworden.

Das Bundesgericht befand, die Beschwerde genüge den Anforderungen nicht, weshalb es nicht darauf eintrat.