Urteil
Verfolgungsfahrt auf der A3: Bözberg-Drängler blitzt vor Bundesgericht ab

Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Autofahrers abgewiesen, der zwischen Bözberg- und Habsburgtunnel einem anderen Fahrzeug über mehrere Kilometer zu dicht aufgefahren ist.

Christoph Zehnder
Merken
Drucken
Teilen
Der Autofahrer war dem Fahrzeug vor ihm über mehrere Kilometer dicht gefolgt. (Symbolbild)

Der Autofahrer war dem Fahrzeug vor ihm über mehrere Kilometer dicht gefolgt. (Symbolbild)

imago

Der Fahrer war im April 2014 auf der A3 zwischen Bözberg- und Habsburgtunnel in seinem grünen Nissan 300ZX Twin Turbo einem anderen Auto über eine Strecke von mehreren Kilometern mit einem Abstand von etwa sieben Metern gefolgt.

Bei einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h kommt das einer groben Verkehrsverletzung gleich. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg brummte dem Fahrer deshalb eine Geldstrafe von 8'000 Franken auf. Zudem widerrief sie den bedingten Vollzug einer früheren Geldstrafe über 5'700 Franken.

Der Angeklagte ist also kein unbeschriebenes Blatt. Dennoch legte er Beschwerde gegen den Strafbefehl ein und wurde vom Bezirksgericht Laufenburg 2015 freigesprochen. Dagegen legte wiederum die Staatsanwaltschaft Berufung ein, worauf das Aargauer Obergericht das Strafmass bestätigte und eine Busse von 1600 Franken obendrauf legte.

Verwechslung ausgeschlossen

Dass er zum fraglichen Zeitpunkt auf der besagten Strecke unterwegs war, bestritt der Fahrer nicht. Beim Drängler müsse es sich aber um eine andere Person handeln. Schlechte Lichtverhältnisse hätten wohl zu einer Verwechslung geführt, argumentierte er. Der fehlbare Lenker sei nicht zweifelsfrei zu identifizieren, das Urteil des Obergerichts daher willkürlich. Dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» folgend, verlangte er einen Freispruch und zog den Fall ans Bundesgericht weiter.

Wie schon das Obergericht hält auch das Bundesgericht eine Verwechslung für ausgeschlossen. Gerade weil der Drängler der Fahrerin vor ihm über mehrere Kilometer so dicht gefolgt war, hatte diese genügend Zeit, sich den markanten Sportwagen inklusive Nummernschild zu merken. Zudem spielte sich die Fahrt bei einsetzendem Tageslicht und auf einer gut ausgeleuchteten Strecke ab. Die Lichtverhältnisse müssen also ausreichend gewesen sein.

Der Versuch des Dränglers, Zweifel an seiner Identifikation zu säen, fruchtete demnach auch nicht vor den Bundesrichtern. Die Beschwerde wurde abgewiesen, die Gerichtskosten von 2'000 Franken dem Beschwerdeführer auferlegt.

(Urteil 6B_415/2016 vom 7. November 2016)