Windisch

«Vereint ist die Macht des Bürgers viel grösser»

Am Jubiläumsfest «2000 Jahre Windisch» – anno 1986 – liess der Quartierverein Unterdorf die Klosterzeit und -bauten wieder aufleben. RK

Am Jubiläumsfest «2000 Jahre Windisch» – anno 1986 – liess der Quartierverein Unterdorf die Klosterzeit und -bauten wieder aufleben. RK

Geruchsimmissionen einer chemischen Fabrik und Eingriffe vonseiten des Militärs führten vor 50 Jahren zur Gründung des Windischer Quartiervereins Unterdorf mit 39 Mitgliedern. Heute zählt der Verein rund 300 Mitglieder.

Der Betrieb einer Kiesgrube, Geruchsimmissionen einer kleinen chemischen Fabrik und die Sprengungen des Militärs im Geissenschachen machten den Bewohnern des Hinteren und Vorderen Kirchfelds in Unterwindisch zu schaffen. Als vor 50 Jahren der Bau des Abwasserkanals durchs Quartier geplant wurde, war «das Fass voll».

Ein Initiativkomitee lud auf den 2. März 1963 zur Gründungsversammlung in den «Löwen» ein.

Die Begründung auf dem Einladungsschreiben: «Starke Eingriffe in die Privatangelegenheiten durch die Behörde veranlassen uns, um die Interessen der ‹Unterdörfler› zu wahren, einen Quartiervereins ins Leben zu rufen. Es sollen auch Schulfragen, Strassenbau usw. im Rahmen dieses Vereins besprochen und bei der Behörde vertreten werden. Allein ist der Bürger schwach, vereint ist seine Macht viel grösser.»

Die Gründung mit 39 Mitgliedern ging glatt über die Bühne. In einem Brief an den Gemeinderat vermerkte der Vorstand: «Wir erwarten und hoffen, dass die Wünsche des Unterdorfs immer Gehör und Verständnis finden mögen. Wir möchten nicht nur die ‹Abwasser- und Schuttabnehmer› der Gemeinde sein.»

Dem Vorstand gelang es, mit dem Abwasserverband eine akzeptable Lösung zu finden. «Immer Gehör» fand er bei der Behörde allerdings nicht; so scheiterte das Begehren, dass Primarschüler aus dem Unterdorf ausschliesslich im nahen Dorfschulhaus unterrichtet werden.

Besondere Feste für Zusammenhalt

Zehn Jahre nach Vereinsgründung belief sich die Mitgliederzahl auf 80 (heute rund 300). Robert Kühnis hat in den «Brugger Neujahrsblättern 1983» die ersten 20 Jahre beschrieben. Die in den Statuten festgelegte Zweckbestimmung, dass sich der Vorstand primär für die öffentlichen Interessen der Bewohner einzusetzen habe, erwies sich als zu eng.

Der GV-Besuch sackte dramatisch ab. Martin Jehle reicherte das Jahresprogramm ab 1969 erfolgreich mit Anlässen an wie Chlausfeier, Kindermaskenball, Gestaltung eines Kinderspielplatzes, Orientierungsversammlungen.

Auf Antrag von Präsident Christian Reusser ergänzte die GV 1976 die Statuten mit der wichtigen Zweckbestimmung: «. . . die Zusammengehörigkeit der Einwohner zu fördern».

Zunehmend stiessen auch Bewohner aus dem südlichen Siedlungsbereich dazu, auch Neuzuzüger. Ausflüge, Frondiensteinsätze, Engagement für den Quartierladen und die Busverbindung, Theaterbesuche und der Unterdorfmarkt (seit 1981) reihten sich an. Erfolgreich wirkt die Arbeitsgruppe Quartierentwicklung, etwa in Verkehrs- und Planungsfragen.

Viel zum Zusammengehörigkeitsgefühl trugen aber auch die vom Verein organisierten Feste, viele mit der «Handschrift» von Robert Kühnis, bei: 1978 im Rahmen des Dorffestes Riesenrutschbahn mit Festwirtschaft, 1981 das Reusswehrfest, 1983 das «Schmusiläum» zum 20-Jahr-Jubiläum, 1988 «Jubilade» zum 25-Jahr-Jubiläum, 2012 das mit der Hiag organisierte Durchstichfest auf dem Kunzareal.

Und in bester Erinnerung geblieben ist die Mitwirkung an der Feier «2000 Jahre Windisch» anno 1986 mit der «Auferstehung» des Klosters Königsfelden.

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