Bözberg
Verein Pro Bözberg kämpft an allen Fronten für eine intakte Landschaft

Der Widerstand gegen den Zementabbau, die Suche nach einem geologischen Tiefenlager und die rigorose Waldbewirtschaftung haben den Verein Pro Bözberg an seiner 11. Mitgliederversammlung beschäftigt.

Max Weyermann
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Otto H. Suhner (links) bedankt sich bei Ueli Müller für dessen Referat zum Thema «Ein geologisches Tiefenlager in unserer Region?».mwe

Otto H. Suhner (links) bedankt sich bei Ueli Müller für dessen Referat zum Thema «Ein geologisches Tiefenlager in unserer Region?».mwe

Der weitere Kampf gegen das Steinbruchprojekt am Homberg, die Suche der Nagra nach einem Endlager für radioaktive Abfälle und die teilweise rigide Waldbewirtschaftung auf dem Bözberg standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung.

Der Verein Pro Bözberg, welcher sich seit seiner Gründung vehement für die Erhaltung der Erholungslandschaft von nationaler Bedeutung im Bereich des Homberges einsetzt und aktuell 1835 Mitglieder zählt, kann gemäss Ausführungen von Präsident Otto H. Suhner eine positive Zwischenbilanz seiner Tätigkeit vorlegen.

Auch dank dem letztes Jahr erfolgten Eintrag im Register der einwendungs- und beschwerdeberechtigten kantonalen Organisationen sei es bisher gelungen, die geplanten Probebohrungen und eine allfällige Abbaubewilligung über den Planungshorizont der zehn Kilometer entfernten Jura-Cementfabriken (JCF) in Wildegg hinaus zu blockieren.

Nun wartet man auf den Entscheid des Bundesgerichts, ob für die auch vom Kanton gewünschten Sondierarbeiten eine Baubewilligung der betroffenen Gemeinden Effingen und Bözberg erforderlich wäre oder nicht.

Unbesehen davon forderte Suhner den Regierungsrat auf, das Steinbruchprojekt Homberg endgültig zu begraben und dieses aus dem kantonalen Richtplan zu streichen.

Auch Vorstandsmitglied und Jurist René Müller sowie Thomas Vetter, neuer Präsident Juraparks Aargau, verwiesen auf die Unvereinbarkeit eines Gesteinsabbaus im idyllischen Naturschutzgebiet.

Beim Thema «Tiefenlager für radioaktive Abfälle» setzt sich Pro Bözberg weiterhin dafür ein, dass sich die definitive Auswahl aus den sechs ins Auge gefassten nordschweizerischen Standorten ausschliesslich an der Sicherheitsfrage und nicht an der politischen Machbarkeit orientiert.

Ueli Müller, Riniken, Co-Präsident der Regionalkonferenz Jura-Ost, zeigte in seinem Gastreferat auf, dass sich die unter Federführung des Bundes laufende Evaluation der Nagra im Moment in der zweiten von drei Phasen befindet.

Die aus rund 100 Personen bestehende Regionalkonferenz Jura-Ost befasst sich im Mitwirkungsverfahren momentan mit möglichen Standorten und Ausgestaltungen allfälliger Oberflächenanlagen im Bereich des Bözbergs.

Auch der Verein Pro Bözberg wird dazu seine Meinung einbringen. Klar ist jedenfalls, dass sich ein Steinbruch und ein Tiefenlager im gleichen Gebiet nicht vertragen würden.

In der dritten Etappe wird es darum gehen, das Rahmenbewilligungsverfahren für je ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive sowie für hochaktive Abfälle oder für ein kombiniertes Endlager durchzuführen.

Suhner machte auch auf die stellenweise radikale Waldbewirtschaftung im Landschaftsschutzgebiet auf dem Bözberg aufmerksam. Flächenhiebe und der rigide Einsatz schwerer Maschinen hinterlassen oft grosse Lücken, breite Fahrpisten, Holzresten und damit unschöne Bilder.

Der Präsident hofft, dass die Gemeindebehörden bei Waldbesitzern und den zuständigen Forstverwaltungen intervenieren, um das Problem in Griff zu bekommen.

Ernst Bopp aus Effingen demissionierte aus dem Vorstand. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden für eine weitere Amtsperiode bestätigt.