«So kann es nicht weitergehen!» titelte das Zofinger Tagblatt (zt) vor einer Woche. Bezug nimmt dieser Ausruf auf den Verein «Piazza» mit Christoph Heer. Die Gewerbetreibenden aus der Altstadt kritisieren die aggressive Werbepolitik von Heer. Und auch die Stadt Zofingen musste reagieren. So zitiert das zt den Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger: «Wir werden an einem nächsten Gespräch mit ‹Piazza› über dessen Kommunikation reden müssen. So kann es nicht weitergehen!» Wenn die Stadt schon jährlich 12 000 Franken einschiesse, verlange man einen anständigen und respektvollen Umgang. Daran hat es in Zofingen offenbar in den letzten Monaten gefehlt.

Hintergrund: Um bei den Aktionen von «Piazza» mitmachen zu können, müssen in Zofingen die Läden Mitglied des Vereins sein. 1200 Franken kostet das pro Jahr. In Brugg ist es nicht so organisiert. Zudem bezahlt auch die Stadt Brugg nichts an «Piazza». Unterstützt wird der Verein in Brugg von der Neumarkt Mietervereinigung. Was diese von den bisherigen Aktionen von «Piazza» hält und wie das weitere Vorgehen aussieht, konnte gestern von der Mietervereinigung niemand beantworten.

Angst vor Boykott

Zurück zu den Zofinger Geschäften. Diese monieren, dass Christoph Heer einzelne Nicht-Mitglieder denunziert und öffentlich dazu aufruft, nur «Piazza»-Mitglieder zu unterstützen. Der Stadtrat Zofingen ermahnte bereits damals den umtriebigen Verantwortlichen. Wirklich zufrieden mit «Piazza» scheinen die Mitglieder zudem nicht. Gastronomiebetriebe würden zwar vom Laufpublikum bei Veranstaltungen profitieren. Besonders kleine Geschäfte bezweifeln laut Bericht des Zofinger Tagblatts aber, dass sich der Jahresbeitrag lohnt. Zudem scheint es, als hätten einzelne Mitglieder Angst davor, wieder auszutreten, weil der Einfluss von «Piazza» immer grösser wird und sie fürchten, später boykottiert zu werden.

Dass der Verein aggressiv vorgeht und Werbung macht, bestreiten die Vorstandsmitglieder in einem Interview mit dem zt, das letzte Woche publiziert wurde. Sie geben aber zu, dass sie ihre Kommunikation verbessern müssen. Man suche den konstruktiven Weg und will mit den Kritikern reden. Unterstützung hat «Piazza» in Zofingen vom Gewerbeverein. Die Zusammenarbeit sei gut, heisst es. Und auch der Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger hält «Piazza» nach wie vor für eine sehr gute Organisation.

In Brugg will man Christoph Heer und seinem Verein eine Chance geben, selbst wenn der Buure-Märt nicht so geklappt hat, wie geplant war. Urs Boller, Leiter der Geschäftsstelle von Zentrum Brugg, sieht rückblickend ein paar Mängel in der Organisation: «Vielleicht war man etwas kurzfristig dran, so ein Markt kann man nicht einfach aus dem Ärmel schütteln.»

Boller glaubt, dass es Zeit braucht, bis sich etwas Neues etabliert. Beim Weihnachtsmarkt sei es auch so gewesen, betont er: «Früher war dieser eher bescheiden, dieses Jahr kann er bis in die Altstadt erweitert werden.» Bei Zentrum Brugg hält man an der Zusammenarbeit mit «Piazza» fest. «Man muss zusammensitzen und eine Lösung finden, die für alle passt», erklärt Boller. Für ein nächstes Mal, meint er, müsse man wohl früher mit der Organisation beginnen und die Leute besser informieren. Dann gäbe es vermutlich mehr Geschäfte, die einen Stand betreiben, und auch mehr Besucher.