Windisch

Verein gegründet: Windischer kämpfen gegen Bossarthaus-Verkauf

Über 70 Personen nehmen an der Gründungsversammlung des Vereins Pro Bossarthaus teil.

Über 70 Personen nehmen an der Gründungsversammlung des Vereins Pro Bossarthaus teil.

Grosses Interesse am historischen Erbe: Über 70 Personen haben in Windisch an der Gründungsversammlung des Vereins Pro Bossarthaus teilgenommen.

Der Zweck ist klar: Das Bossarthaus sowie die Bossartschüür in Windisch bleiben im Eigentum der öffentlichen Hand. Für dieses Ziel setzt sich der überparteiliche Verein Pro Bossarthaus ein.

Dieser ist am Montagabend ins Leben gerufen worden. Um die 50 interessierte Personen haben die Verantwortlichen zur Gründungsversammlung erwartet. Über 70 sind es am Schluss geworden.

In den Vorstand gewählt worden sind Barbara Scheidegger (Präsidentin), Luzia Capanni, Dave Roth sowie Markus Zumsteg. Der Jahresbeitrag ist auf 30 Franken festgelegt worden. Es gelte, so die Ansicht mehrerer Anwesender, nicht möglichst viel Geld, sondern möglichst viele Mitglieder zu gewinnen.

Knapp 100 sind es übrigens bereits. Präsidentin Scheidegger spricht denn auch von einem schönen Erfolg, der zeige, dass das Bossarthaus beliebt sei und den Windischerinnen und Windischern am Herzen liege.

Haus muss unterhalten werden

Die Referenten erwähnten an der Gründungsversammlung die Geschichte und die Bedeutung des Bossarthauses, des schönen, stattlichen Bauernhauses an der Dorfstrasse, sowie der Bossartschüür, des beliebten Ortes für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe mit der stimmigen Atmosphäre. Der Verein macht sich dafür stark, dass die Scheune auch weiterhin für diese Zwecke zur Verfügung gestellt wird. Ein nächster Anlass findet übrigens statt am Sonntag, 17. September, mit einem offenen Schüürtor.

Der anwesende Gemeinderat Max Gasser lobte das Engagement des Vereins Pro Bossarthaus, gab aber ebenfalls zu bedenken: «Will man das Haus halten, muss man es unterhalten.» Gasser wünschte sich, dass nicht in erster Linie eine Protestbewegung entsteht, die sich gegen Verkauf wehrt, sondern ein Förderverein.

Es gab schon zwei Anläufe

Zusammen mit dem Dorfschulhaus, der reformierten Kirche und dem Kirchgemeindehaus bildet das Bossarthaus den historischen Dorfkern – und damit einen wichtigen öffentlichen Raum in Windisch. Es gilt als das schönste erhaltene Bauernhaus an der Dorfstrasse. Vor rund 30 Jahren baute die Gemeinde den Wohnteil teilweise neu auf. Die Scheune wurde als öffentliches, vielseitig nutzbares Kulturlokal umgebaut.

Die Zukunft von Bossarthaus und Bossartschüür war bereits 2013 ein Thema im Einwohnerrat. Damals ging es um den Verkauf des Wohnteils. Der Einwohnerrat trat allerdings nicht auf die Vorlage des Gemeinderats ein. Im Januar dieses Jahres wurde das Geschäft beim zweiten Anlauf nach einer engagierten Diskussion zurückgewiesen.

Der Verein Pro Bossarthaus sei froh um alle, die sich aktiv beteiligen, sagte Barbara Scheidegger. Sie selber jedenfalls freue sich, die Vereinsziele weiterzuverfolgen.

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