Brugg
Verein für Pilzkunde Brugg: Das grosse Pilzglück blieb bisher aus

Wegen der Ernteflaute in den Monaten Juli und August ist noch unsicher, ob der Brugger Verein für Pilzkunde wie gewohnt 150 Sorten an seiner jährlichen Ausstellung am kommenden Wochenende präsentieren kann.

Meret Radi
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Der Eierschwamm ist ein beliebter Pilz.

Der Eierschwamm ist ein beliebter Pilz.

Walter Schwager/az Archiv

«Im Frühsommer hatten wir ein grosses Pilzwachstum, doch dann folgte eine Flaute über die Monate Juli und August», so fasst Kurt Bürgin die bisherige Saison zusammen. Er ist Präsident des Vereins für Pilzkunde Brugg und Umgebung.

Nun hofft er auf eine ertragreiche Pilzsuche in den nächsten Tagen, denn am Wochenende vom 27. September lädt der Verein zur Pilzausstellung in die Turnhalle von Windisch. In den vergangenen Jahren konnten bis zu 150 verschiedene Pilzsorten präsentiert werden.

Schutz vor Vergiftungen

Der Verein für Pilzkunde organisiert neben zahlreichen Pilzbestimmungsabenden auch Reisen und Pilzexkursionen mit Erklärungen. Zweimal im Jahr sammeln die Mitglieder gemeinsam. «Auf keinen Fall schnappt man sich so die besten Pilze vor der Nase weg», erklärt Bürgin, «im Gegenteil, wenn wir in Gruppen sammeln, ist der Ertrag grösser. Das macht vor allem Sinn im Hinblick auf die Ausstellung.»

Nach den Sammelaktionen untersucht ein Pilzkontrolleur die gesamte Ernte auf ungeniessbare, giftige oder faulige Pilze. «Pilze, die von Würmern angefressen sind, werden aussortiert», sagt der Vereinspräsident und fügt schmunzelnd hinzu: «Wir haben das Fleisch lieber neben und nicht in den Pilzen.» Die Kontrolle durch einen geschulten Experten gewährt einen hundertprozentigen Schutz vor Vergiftungen.

Ein Nachwuchsproblem

Im Kanton Aargau gibt es weder Mengenbegrenzungen noch Einschränkungen, an welchen Tagen gesammelt werden darf. Im Kanton Zürich sind beispielsweise die Bestimmungen so, dass maximal 1 kg pro Person gesammelt werden darf. Zusätzlich sind die ersten zehn Tage jeden Monats Sperrzeit.

Da die Pilze nicht lange roh aufbewahrt werden können, kochen die Vereinsmitglieder die Pilze nach dem Einsammeln und frieren sie ein. So sind die vorbereiteten Pilzgerichte bis zu einem Jahr lang haltbar.

«Wie fast alle Vereine haben wir ein Nachwuchsproblem», bedauert Bürgin, «das ältere Segment ist unter den 68 Mitgliedern klar übervertreten.» Der Anteil Frauen und Männer sei aber ausgeglichen, fügt der Vorsitzende hinzu.

Am Ausstellungswochenende serviert der Verein verschiedene Pilzgerichte: zum Beispiel Ragout, Pastetli und Risotto. Für Besucher, die die Pilze nur mit den Augen geniessen möchten, gibt es alternativ Spaghetti.

Die Pilzausstellung findet am 27./28. September in der alten Dorfturnhalle Windisch statt.Samstag 11-20 Uhr sowie Sonntag 11-16 Uhr, Festwirtschaft und Wettbewerb.