Werner Neuhaus war der erste Präsident des Vereins Alterswohnungen Windisch, der am 1. März sein 25-Jahr-Jubiläum feiert. Neuhaus ist 96 Jahre alt, nimmt aber das Angebot des Vereins bis heute nicht in Anspruch. Er lebt noch in seinem eigenen Haus, fährt Auto und ist gerne unterwegs.

Im Gespräch mit der AZ erinnert er sich an die Anfänge des Vereins, der vor allem dank dem Engagement von Monika Merki gegründet wurde. Alterswohnungen waren damals eine Wohnform, die noch nicht bekannt war; eine neue Wohnform zwischen Eigenheim und Altersheim.

Der Verein wurde gegründet, weil es keinen Platz mehr gab im Altersheim. «Damals war es so, dass sogar gesunde Menschen ins Altersheim gingen», sagt Silvia Härdi, Aktuarin des Vereins. Nach der Gründung des Vereins machte man sich auf die Suche nach geeigneten Wohnungen.

«Wir suchten vom Unterdorf bis in die Rütenen nach Liegenschaften», erinnert sich Werner Neuhaus. Der Verein sei damals «finanziell noch schmalbrüstig» unterwegs gewesen. «Es war nicht einfach, mit den Finanzen standen wir an», so Neuhaus. Die Bedingungen: Die Wohnungen mussten günstig und gut begehbar sein.

1998 erster Wohnungsbezug

Im Mitteldorf wurde der Verein fündig: Der damalige Vorstand gab dem Windischer Architekten Luginbühl den Auftrag, das heutige Raiffeisengebäude zu bauen. Merki machte sich zudem stark dafür, dass der Verein von der Wohneigentumsförderung des Bundes profitieren kann. «Weiter wurde ein Bazar organisiert, an dem sich auch die Vereine aus dem Dorf beteiligten», sagt Werner Neuhaus. «Das Geld floss danach in die Kasse des Vereins Alterswohnungen.»

Im Jahr 1998 konnten dann endlich die ersten vier Wohnungen des Vereins bezogen werden. Diese 2,5-Zimmer-Wohnungen sind noch heute im Besitz des Vereins und noch heute kann er diese zu einem günstigen Mietpreis anbieten. «Das kommt vor allem jenen mit einer kleinen AHV zugute», sagt Härdi. Zudem habe sich nicht bewahrheitet, dass ehemalige Einfamilienhausbesitzer in die Wohnungen ziehen.

Noch immer konkurrenzfähig

Heute sind elf Wohnungen im Besitz des Vereins Alterswohnungen Windisch; sämtliche sind vermietet. In der Zwischenzeit sind drei 3,5-Zimmer-Wohnungen über dem Denner dazugekommen. «Ehepaare wollen heute kaum noch in kleinere Wohnungen», sagt Silvia Härdi.

Der Verein strebt ein moderates Wachstum an. Sind die finanziellen Mittel vorhanden und es bietet sich die Gelegenheit, eine geeignete Wohnung zu kaufen, wird sich der Verein einen weiteren Kauf überlegen. Klar ist aber, dass der Verein keine grosse Überbauung realisieren will, auch, weil es dann kaum noch möglich wäre, die Verwaltung ehrenamtlich zu führen.

Denn obwohl mittlerweile auch die Sanavita in Windisch Alterswohnungen anbietet (siehe Text unten), ist der Verein absolut konkurrenzfähig, führt gar eine Warteliste. «Wir bieten keinen zusätzlichen Service und sind daher viel kostengünstiger», sagt Härdi.

Dennoch überzeugen die Wohnungen mit ihrer zentralen Lage, der Nähe zum Pflegeheim, zu Post und Apotheke. «Wir schauen auch, dass es unseren Mitgliedern gut geht», sagt Ursula Brogli, die als Mitgliederbetreuerin im Vorstand des Vereins tätig ist. Zwar biete der Verein keinen zusätzlichen Service, «dafür sind die Bewohner unserer Wohnungen untereinander sehr sozial», sagt Brogli. «Sie schauen gut zueinander, unterstützen sich gegenseitig.»

Zudem seien die Alterswohnungen in einer Überbauung untergebracht, in der auch jüngere Menschen leben. «Es kommt zu einer schönen Vermischung. Unsere Mieter sind gut integriert.»

Zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt hat sich auch der Vindonissa-Markt beim Gemeindehaus, der von Gemeindepräsidentin Heidi Ammon eingeführt wurde. «Unsere Mieter treffen sich da, um dem Treiben zuzuschauen und miteinander zu plaudern», sagt Brogli.

Bänkli vor dem Gemeindehaus

Der Verein hat heute 310 Mitglieder. 1994 waren es 100. Neue Mitglieder seien immer willkommen, sagen die Vorstandsmitglieder. Ihnen ist aber auch klar, dass 30-Jährige nicht unbedingt einem Verein für Alterswohnungen beitreten wollen. Den 25. Geburtstag feiert der Verein an seiner GV Ende März mit einem feinen Essen.

Zudem wird der Verein ein Bänkli sponsern für den neuen Platz vor dem Gemeindehaus und damit in der Nähe der Alterswohnungen. Dann haben auch die Mieterinnen und Mieter etwas davon und können sich beim Bänkli zum Plaudern treffen.