Windisch
Veränderung kündigt sich an im Zentrum entlang der Zürcherstrasse

Für die öffentliche Mitwirkung liegen die Entwürfe der Gestaltungspläne «Sonne» und «Via Romana» auf in Windisch bis am 30. November.

Michael Hunziker
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Veränderung kündigt sich an im Zentrum

Veränderung kündigt sich an im Zentrum

mhu Bild: zvg

Eine markante Veränderung zeichnet sich ab für das Windischer Zentrum: Geplant sind neue Überbauungen mit – überwiegend – Wohnungen entlang der Zürcherstrasse. Auf der einen Seite liegt das Areal «Sonne», auf der anderen das Areal «Via Romana». Beide sind im Rahmen der Ortsplanungsrevision der Zentrumszone zugeteilt und mit einer Gestaltungsplanpflicht überlagert worden. Die Entwürfe zu den Gestaltungsplänen werden zur Durchführung der öffentlichen Mitwirkung bis 30. November aufgelegt bei der Abteilung Planung und Bau.

Die beiden Projekte weisen aufgrund der Nähe zueinander ähnliche Anforderungen auf hinsichtlich Städtebau, Freiraum, Nutzung und vor allem in Bezug auf die Erschliessung und Parkierung, heisst es in den fachlichen Gutachten. Die sich damit bietende Chance der gleichzeitigen Entwicklung und Koordination der beiden Gestaltungspläne – sie bilden die Grundlage für die späteren Baugesuche – gelte es zu nutzen.

Vermutet wird eine römische Strasse mit Wehrgraben

Auf dem rund 8130 Quadratmeter grossen Areal «Via Romana» wird ein Ensemble aus zwei vier- und fünfgeschossigen Gebäuden vorgeschlagen, «das einen klaren Abschluss zur Zürcherstrasse definiert und einen ruhigen Wohnhof im Übergang zum angrenzenden Quartier umfasst». Durch die Lage im Umfeld der Hochschule, im Zentrum und nahe dem Königsfelder Park, sind insbesondere Kleinwohnungen vorgesehen sowie Hochparterre-Wohnungen, wird im Planungsbericht ausgeführt. Die Rede ist von Wohnungen im mittleren Segment.

Ausnahme ist die rund 220 Quadratmeter grosse Fläche im Kopfbau, in der eine Verkaufsnutzung eingeplant ist. Der Standort ist gemäss Planungsbericht ideal für eine publikumsorientierte Nutzung in direkter Nachbarschaft zum Restaurant zur Waage mit seinem gastronomischen Angebot und seiner Aussenwirtschaft im Sommer. Apropos: Die Liegenschaft Waage mit Baujahr 1819 wird bereits seit 1881 als Speisewirtschaft genutzt und steht unter kommunalem Schutz. Im Rahmen einer Studie wurde eine gesamtheitliche Betrachtungsweise beziehungsweise eine zukünftige Strategie im Umgang mit dem Haus aufgezeigt: Hauptgebäude sowie rückwärtige Laube und Pavillon anstelle des heutigen Anbaus im rückwärtigen Bereich.

Zu rechnen ist im Gestaltungsplanperimeter «Via Romana» laut Planungsbericht mit wichtigen römischen Überresten. Konkret vermutet wird eine römische Strasse mit Wehrgraben. Deshalb seien sämtliche Grabungen frühzeitig an die Kantonsarchäologie zu melden, denn: «Es liegt im öffentlichen Interesse, archäologische Befunde beziehungsweise Überreste zu schützen, da es sich um historisches Erbe handelt, das durch Bautätigkeit unwiederbringlich zerstört werden kann.»

Entlang der Zürcherstrasse sind Baumrabatten vorgesehen

Auf der gegenüberliegenden Seite, auf dem rund 3940 Quadratmeter grossen Areal «Sonne», führt die Kantonsarchäologie Aargau parallel zum Gestaltungsplanverfahren archäologische Grabungen durch bis Sommer 2021. Gemäss Richtprojekt sollen auf zwei Baubereichen zwei Gebäude realisiert werden mit vier und fünf Voll­geschossen. Im Erdgeschoss des Gebäudes an der Züricherstrasse ist eine Atelier-, Verkaufs- oder andere Gewerbenutzung geplant. Das alte Spritzenhaus, das sich innerhalb des Perimeters des Gestaltungsplans befindet, soll einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden.

Die angestrebten Überbauungen gestalten und werten den Strassenraum bei der Zürcherstrasse auf, ermöglichen einen weiterhin verkehrsarmen Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität, lautet das Fazit in den fachlichen Gutachten. Die bestehenden Bauten würden zeitgemäss ergänzt. Eine Anpassung erfahren soll die Zürcherstrasse. Sowohl für den Fuss- als auch den Veloverkehr sind Verbesserungen vorgesehen. Beidseitig angeordnet werden Baumrabatten.

Im Rahmen des Mitwirkungsverfahren kann jede interessierte Person beim Gemeinderat schriftlich Bemerkungen und Vorschläge einreichen zu den Gestaltungsplänen. Die Entwürfe werden in der Folge bereinigt und es findet eine öffentliche Auflage statt.

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