Brugg

Veraltet und unsicher: Die Stadtverwaltung braucht eine neue Informatik

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Das Informatiksystem der Brugger Verwaltung muss zwingend ersetzt werden. (Symbolbild)

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Das Informatik-Betriebssystem der Stadtverwaltung muss laut Stadtrat «aus Sicherheitsgründen zwingend im 2014 aktualisiert werden». Einen Spielraum gebe es nicht.

An seiner ersten Sitzung dieses Jahres entscheidet der Brugger Einwohnerrat über einen Kredit von 465 000 Franken für ein neues Informatik-Betriebssystem für die Stadtverwaltung.

Die Software stehe seit 12 Jahren im Einsatz, hält der Stadtrat in seinem Bericht fest. Sie werde aufgrund ihres Alters nicht mehr weiterentwickelt, es würden ausschliesslich Sicherheitslücken behoben. Ab April dieses Jahres würden gar keine Aktualisierungen mehr geliefert, eine Möglichkeit für eine Verlängerung des Supports bestehe nicht.

Ausfälle nicht auszuschliessen

Rückblick: Im vergangenen Oktober lehnte der Einwohnerrat den Budgetkredit für die Erneuerung des Informatik-Betriebssystems ab und verlangte einen separaten Antrag. Dadurch verzögert sich laut Stadtrat die Umsetzung des Vorhabens um etwa acht Monate. Anders gesagt: Das neue Betriebssystem könne voraussichtlich erst gegen Ende Jahr eingeführt werden. Ab April bis zur definitiven Einführung sei die Sicherheit nicht mehr im bisherigen Rahmen gewährleistet. «Somit stehen den Mitarbeitenden für eine gewisse Zeit nicht mehr alle bisher genutzten Dienste in vollem Umfang zur Verfügung», so der Stadtrat weiter. Auch Betriebsausfälle seien nicht auszuschliessen.

Die Behörde ist überzeugt, dass die bisher verfolgte IT-Strategie – die regelmässig überprüft werde – einen effizienten, sicheren und kostengünstigen Betrieb ermöglicht. Mit einem einzigen Verantwortlichen würden zwei Rechenzentren, 120 Arbeitsplätze sowie diverse Spezialprogramme betreut. «Soweit möglich wird alles standardisiert. Investitionen werden umsichtig und nur wo notwendig getätigt», schreibt der Stadtrat. Kurz: Das beantragte Projekt entspreche vollumfänglich der bisherigen Strategie. Gleichwohl könne diese zu einem späteren Zeitpunkt überprüft, als Alternative eine Zusammenarbeit mit anderen Partnern diskutiert werden: «Anpassungen grosser Teile der eingesetzten Soft- und Hardware an das neue Betriebssystem wären trotzdem notwendig.»

Das Hauptwerkzeug

Überdies müsste gemäss Behörde eine Änderung der bisherigen IT-Strategie in einem separaten Projekt mit genügend zeitlichen und personellen Ressourcen umgesetzt werden, denn: «Die Informatik ist das ‹Hauptwerkzeug› eines grossen Teils der Verwaltung und kann nicht problemlos von heute auf morgen völlig neu organisiert werden.»

Das Betriebssystem wird übrigens auf rund 120 Geräten eingesetzt. Diese stehen in den Abteilungen Stadtkanzlei, Finanzen, Einwohnerkontrolle/Zivilschutz, Regionales Zivilstandsamt, Planung und Bau, Steueramt, Schulverwaltung, Musikschule, Soziale Dienste, Regionalpolizei, Forstverwaltung, aber auch in der Galerie Zimmermannhaus oder beim Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD).

Damit der Betrieb zukünftig weiterhin durch einen einzigen IT-Verantwortlichen gewährleistet werden kann, sollen alle Geräte auf ein Mal ersetzt werden. Es wird gemäss Stadtrat «vernünftig investiert und kein Wunschprogramm umgesetzt».

Einwohnerrat Brugg Freitag, 24. Januar, 19.30 Uhr, Rathaussaal.

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