Veltheim

Veltheimer Pfalzmärt lud zu einem Bummel ein

«Was haben wir denn da?» Diese Marktbesucherinnen verweilen bei einem Stand mit Gestricktem und anderem. Unverzüglich wird ausprobiert, was einem gut zu Gesicht steht.

«Was haben wir denn da?» Diese Marktbesucherinnen verweilen bei einem Stand mit Gestricktem und anderem. Unverzüglich wird ausprobiert, was einem gut zu Gesicht steht.

Ein Bummel über den grossen, beliebten Pfalzmärt ist eine Entdeckungsreise – sie spricht alle Sinne an. Die Einen haben sich schon vor der Mittagszeit die Bäuche vollgeschlagen. Andere legen zuerst Hand an bevor sie zum Genuss übergehen.

«Lädele» ist schön – «ständele» noch viel schöner! Eine neue Wortkreation? Tja, wie soll man denn sonst das Vergnügen nennen, über einen Markt zu bummeln – bisweilen auch ein wenig geschoben zu werden. So wie auf dem Veltheimer Pfalzmärt. Menschen hat’s da wieder gehabt, massenhaft, ältere und ganz junge. Egal – alle hatten etwas gemeinsam: So richtig den Plausch.

Die Einen haben sich schon vor der Mittagszeit die Bäuche vollgeschlagen mit Wollschwein-Bratwurst, Härdöpfeltätschli, Oberflachser Wysuppe, Mostglace vom Bauernhof. Getrunken wurde auch ausgiebig. Musste ja, bei dem Wetter. Von wegen Spätsommer: Das war Hochsommer! Dicker, brauner Süssmost, von Bingissen unter Einsatz aller Muskelkräfte frisch gepresst, löschte den Durst vorzüglich. Die reichlich angebotenen Möglichkeiten zur Weindegustation waren eher etwas für den Gluscht und natürlich den vinophilen Sachverstand.

Für den Genuss zuerst arbeiten

Man konnte sich den Genuss aber auch vorgängig erarbeiten, was vor allem von kleineren Besuchern rege getan wurde. Zum Beispiel eben an der Mostpresse, aber auch beim Drehen römischer Kastenmühlesteine. Oder aber beim Herstellen von farbigen Seilen auf einer kleinen, rund 100-jährigen Reeperbahn. Das «Mostkrug-Schieben» sah bedeutend einfacher aus, als es in Tat und Wahrheit war, was ganz schön viel Ehrgeiz weckte.

Solches war ebenfalls beim Töpfern von Eulen und Filzen von Schmetterlingen oder Schlangen der Fall. Und dann natürlich das Pöschtele. Hätte das gefehlt, wären die Märtleute mit ihren vielfältigen, spannenden und interessanten Angeboten an Essbarem und Anderem wahrlich frustriert gewesen. Doch die Geschäfte liefen wie geschmiert – nicht nur am Stand mit Raps-, Mohnsamen-, Nussöl und Ölibrot. Der «Bärenfang» – Traubenschnaps mit Honig – verfing ebenso, wie Trockenwürste aus Lamm-, Eber- oder Rindfleisch, Traubengelee aus weissen Chatzenseichern oder Wasserbüffel-Joghurt.

«Für Mensch und Tier»

Ein kreativer Teenager hatte aus Pet reizvollen Schmuck, Windrädli und Vasen kreiert. Annerose Iff aus Seon hatte Heilzwiebeln im Angebot, samt dem Rezept zur Herstellung von Salbe daraus: «Für Mensch und Tier!» Vor ihrem Bauernhaus war Erika Weber am Weben eines kleinen Teppichs. Aber nicht etwa aus Wolle, sondern aus Chüngelifell: Wellness pur für die Füsse. Allerdings eher weniger in einem Haushalt mit Katzen. Apropos: Die Sek 4b aus Veltheim bot – alles selbst gemacht – nebst Schenkenbergtal-Kalender, Pizzaöl, Traubenkernsäckli und Guetzli auch Holzbänkli an. Als ich, nach einer Zusatzschlaufe inklusive Nachdenken, beschlossen hatte, dasjenige, auf dem «Chatzebänkli» eingebrannt war zu kaufen, war es schon weg. Pech – aber ich hab’ auch so den Heimweg ziemlich schwer beladen angetreten.

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