Brugg-Windisch
Velofahrer wollen mehr Platz am Bahnhof Brugg

Die Pro Velo Brugg-Windisch hat den Gemeindeammännern von Brugg und Windisch heute eine Petition übergeben. 800 Unterzeichnende fordern darin mehr Veloabstellplätze am Brugger Bahnhof.

Marc Reinhard
Merken
Drucken
Teilen

Das Problem ist längst bekannt und den Velofahrern ein Dorn im Auge: Auf der Südseite des Bahnhofs gibt es zu wenig Abstellplätze für Velos. «Man kann von Glück sagen, wenn man zu Pendlerzeiten ein freies Plätzchen erwischt, heute schon stehen hier über 70 Fahrräder irgendwo neben den offiziellen Abstellplätzen», moniert Ruedi Müller. Er formuliert den Petitions-Wortlaut klar und deutlich: «Es braucht auf dieser Seite des Bahnhofs zusätzliche Abstellplätze für mindestens 200 Velos.»

Chaos, wenn der Campus kommt

Müller teilt sich die Präsidentschaft der Pro Velo Brugg-Windisch mit Herbert Künzi, der zur Übergabe der Unterschriften an die beiden Gemeinderäte ebenfalls anwesend ist. «Wir sind erstaunt und haben kein Verständnis dafür, dass die ursprünglich geplanten Abstellplätze gestrichen worden sind», sagen die beiden. Sie sprechen dabei das Projekt an, das bereits 2008 aus einer Vernehmlassung an den Kanton entstanden war. Es sei damals eigentlich schon unbestritten gewesen, dass ein zusätzliches Angebot an Abstellplätzen geschaffen werden müsse: «Das Problem war erkannt», sagt Müller.

Für die Petitionäre gewinnt das Anliegen jetzt allerdings an Dringlichkeit, weil die Eröffnung des Campus in absehbare Nähe rückt. Müller erinnert die zur Petitionsübergabe Anwesenden: «Wenn der Neubau in Betrieb genommen wird, kommen jeden Tag 3000 Studenten hierher. Man stelle sich die Situation vor, wenn auch nur wenige Hundert zusätzklich ihr Velo hier abstellen wollen - untragbar.»

Kritik an der SBB

Daniel Moser von Brugg und Hanspeter Scheiwiler von Windisch nahmen die Unterschriften gerne entgegen - wissend um den Handlungsbedarf. Beide stossen ins gleiche Horn und üben Kritik an der SBB, die an derlei Investitionen zu wenig Interesse zeige. Verschiedentlich habe es schon Treffen und Sitzungen gegeben, um die Bundesbahnen zur Beteiligung an Projekten mit Publikumsnutzen zu bewegen. Ohne Erfolg. «Als Stadt wissen wir, dass wir einen Auftrag haben», sagt Moser, «aber ohne Hilfe geht es einfach nicht - und die SBB sollte auch ein Interesse haben, den Velo-Anreisenden geeignete Parkmöglichkeiten zu bieten.»

Den Einbezug von Windisch findet die Pro Velo deshalb wichtig, weil es «gerade auf der Südseite viele Windischer seien, die den Bahnhof benutzen würden - auch wenn der Bahnhof auf Brugger Boden liege».