Veltheim

Velofahrer auf dem Trottoir sind dem Kanton zu gefährlich

Das Aargauer Verkehrsdepartement lehnt Velofahrer auf dem Trottoir aus mehreren Gründen ab. (Symbolbild)

Das Aargauer Verkehrsdepartement lehnt Velofahrer auf dem Trottoir aus mehreren Gründen ab. (Symbolbild)

Der Gemeinderat Veltheim hat sich für eine neue Strassensignalisation eingesetzt, die Velofahrern die Benützung des Trottoirs erlaubt hätte – vergebens.

Knapp ist in Veltheim der Platz auf der Strasse Richtung Oberflachs. Der Gemeinderat hat sich – «aufgrund von Anregungen aus der Bevölkerung» – beim Kanton für eine Bewilligung und Signalisierung stark gemacht, damit Velofahrer im Bereich der Esterhalde bergaufwärts offiziell das Trottoir befahren dürfen.

Bereits heute werde das Trottoir durch den Zweiradverkehr genutzt, führt die Behörde im aktuellen Mitteilungsblatt aus und verweist auf die eher engen und gefährlichen Verhältnisse für die schwächeren Verkehrsteilnehmer.

Leider habe das Departement Bau, Verkehr und Umwelt in Aarau den Antrag nicht bewilligt. Begründet habe der Kanton den Entscheid mit der Gefahr, die bei einer Signalisierung bestehe. Die Freigabe könne missverstanden und das Trottoir auch für Fahrten talwärts benutzt werden. Da talwärts schneller gefahren werde, könne es zu Konflikten mit Fussgängern kommen, führt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt in einem Schreiben an den Gemeinderat aus. «Weiter ­rechnen die Verkehrsteil­nehmenden, die vom Quartier an der Esterhalde in die Kantonsstrasse einbiegen wollen nicht damit, dass talwärts Velos auf dem Trottoir kommen könnten.»

Kurz: Eine Signalisierung könnte schwerwiegende Unfälle zur Folge haben. «Wir haben uns deshalb entschieden, auf die beantragte Signalisierung und somit auf die offizielle Freigabe des Trottoirs zu verzichten», so der Kanton. Wenn Velofahrer das Trottoir schon heute benützen, erfolge dies auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung.

Gemeinderat ist enttäuscht über den Entscheid

Bei einem zukünftigen Ausbau der Esterhalde müsste eine Strassenverbreiterung mit Radstreifen angestrebt werden, fügt der Kanton an. «Bergwärts hätten die Radfahrenden dann eine separate Fahrspur zur Verfügung. Talwärts bleiben die Radfahrenden im Mischverkehr und benützen die neu gebaute Abbiegehilfe Richtung Gehrenweg.»

Die Ablehnung nimmt der Gemeinderat mit Enttäuschung zur Kenntnis. Nach seinem Dafürhalten hätte eine entsprechende Signalisation – und ein Befahren des Trottoirs durch den Veloverkehr – «durchaus zur Sicherheitsverbesserung beigetragen». Aber auch auf Nachfragen durch den Gemeinderat habe das Departement Bau, Verkehr und Umwelt seinen Entscheid nicht geändert.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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