Brugg
Velo-Abendrennen sind Kult und Sprungbrett für den Radsportnachwuchs

Seit 1967 finden im Brugger Geissenschachen jeden Mittwoch die legendären Velo-Abendrennen statt. Hier kann man immer wieder auch Profi-Grössen entdecken.

Irene Hung-König
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Ein Augenschein bei den Brugger Abendrennen: Hier sind Schüler mit Jahrgang 2001 und jünger startklar. Irene Hung-König

Ein Augenschein bei den Brugger Abendrennen: Hier sind Schüler mit Jahrgang 2001 und jünger startklar. Irene Hung-König

Irene Hung-König

Seit dem 22. Mai pilgern die Radsportfans wieder in den Geissenschachen, um Junioren, Amateure, Elite-Fahrer, Frauen, aber auch Profi-Radrennfahrer von internationaler Grösse wie Franco Marvulli oder Alexander Aeschbach beim Rennen zuzusehen.

Der Radfahrer-Bund Brugg organisiert die Rennen in der 47. Saison und das mit zunehmendem Erfolg: «Während bei anderen Veranstaltungen die Teilnehmerzahlen rückläufig sind, steigen sie bei uns an», sagt OK-Vizepräsident Stefan Rauber, der für das Rennprogramm wie für den ganzen Trainingsbetrieb verantwortlich ist.

«Starteten vor sechs bis sieben Jahren noch 35 bis 40 Teilnehmer, waren es in den letzten Jahren rund 48 bis 53 Sportler in der Hauptklasse», präzisiert Rauber. Er fing relativ spät, mit 26 Jahren an, Radrennen zu fahren.

Seitdem lässt ihn dieser Sport nicht mehr los. Aller Dopingskandale zum Trotz fasziniert ihn Zusammenspiel von Beinkraft, Taktik und Geschwindigkeit. «Mit 50 bis 60 Stundenkilometern unterwegs zu sein, ist toll», erklärt der Radrennfahrer, der seit 2003 im OK des Radfahrer-Bunds Brugg mitwirkt.

Die Brugger Abendrennen sind im nationalen Kalender aufgeführt und für Amateure wie Profis interessant. Sei es, um ein Training zu absolvieren oder einfach Rennluft zu schnuppern.

Die unkomplizierte Art und Weise der Organisation sei wohl ausschlaggebend für den Erfolg der Abendrennen: «Bei uns kann man sich vor Ort anmelden», so Rauber.

Bislang wurden fünf Veranstaltungen durchgeführt, darunter der Team-Event. Acht Teams massen sich im Mannschaftsfahren über 4 Kilometer, Punktefahren (40 km), Ausscheidungsfahren, Sprintrennen über zwei Runden, 1-km-Zeitfahren sowie im Punktefahren (6 bis 10km).

Auch die Hobbyfahrer hatten mit dem Clubrennen am 19. Juni ihre Plattform. «Hier können alle ohne Lizenz starten, darunter sind auch viele Ehemalige», sagt der OK-Vizepräsident.

Die Abendrennen sind nationale Rennen und für den Nachwuchs sehr interessant: «Sie können ein Sprungbrett für diejenigen sein, welche an nationalen Wettkämpfen starten wollen.»

Stefan Rauber weiss Kolleginnen und Kollegen an seiner Seite, die seit Jahren im Organisationskomitee mitarbeiten. Zum harten Kern gehören Präsident Marco Ghenzi, André Keller (Sponsoring/PR), Max Keller (Bau/Material), Heinz Byland (Finanzen), Dave Jansen (Magazin) und Susanne Wirz (Rennbüro).

Und dieses OK zeichnet nicht nur für die Abendrennen verantwortlich, sondern organisiert dieses Jahr auch den über vier Etappen führenden GP Rüebliland.

Auch sonst zeigen sich die Verantwortlichen vom Radfahrer-Bund fortschrittlich: «Wir haben zusammen mit dem Kantonalverband ‹Swiss Cycling Aargau› die Aargauer Meisterschaft wieder ins Leben gerufen und sind im Ausschuss Strasse dabei. Diese hat das Ziel, den Radsport vorwärts zu bringen», sagt Stefan Rauber.

Die Brugger Abendrennen haben auch Volksfestcharakter. An einem schönen Sommerabend in den Geissenschachen zu spazieren, eine Wurst vom Grill geniessen und Radrennfahrern zusehen, das hat was – genau genommen seit 1967.

Renndaten der Brugger Abendrennen:

10. Juli: Militärrennen

17. Juli: Walter Bäni-Sprint (Kilometer-Test)

24. Juli: Reguläre Abendrennen

31. Juli: Reguläre Abendrennen

7. August: Raiffeisen Supersprint

14. August: AMAG-Finale

www.abendrennen.ch.